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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 133 (sequence 47)
Language
German
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Ueber Entwicklungsethik. ISS Organisationsstufen. Aber Hertwig belässt es wieder nur bei dieser allgemeinen Andeutung. Einige Hinweise auf das nächst־ tiefere Glied, die Tierwelt, sind alles. Dass die Gesellschaft«- bildung der Menschen mit den sozialen Verbänden der Bienen oder Ameisen oder Termiten in Verbindung stehe, bedarf nach unserer Unterscheidung zwischen Mensch und Tier erst näheren Nachweises. Eine Einschränkung müssen wir freilich machen: Gewisse ethischer Entwicklung fähige Triebe, die in den!Lahmen des Funktionellen hineingehören, finden sich beim Tier und beim Menschen gemeinsam. Weil vegetativ, dürfen wir sie nebeneinander stellen. Die Anhänglichkeit des Stars an sein Weibchen oder die Fürsorge der Henne für ihre Küken sind wohl Vorstufe der Gatten- und Kindesliebe. Aber diese Analogien sind nur vorhanden im Rahmen der vegetativen Begierden, der Fortpflanzung. Auch gibt es wirklich ein gleiches Gesetz, einen gemeinsamen Segen für Tier und Mensch: פרו ורבו ומלאו את הארץ. Wir haben zu zeigen versucht, dass die Grundlagen für Herfcwigs Ethik nicht vorhanden sind. Was übrig bleibt, sind schöne, lesenswerte Gedanken und, an Positivem, die Betonung des Momentes der sozialen Gemeinschaft, welche einen ״ ethischen Hunger“ bei deren Gliedern bewirkt. Ob diese Gedanken innerhalb des Judentums Platz linden, ist die zweite Frage. Bei der Selektionstheorie war diese Untersuchung nicht vorzunehmen: sie hatte der jüdischen Ethik offen den Kampf angesagt. Bei Hertwig ist das nicht der Fall — das i3t eine Gefahr. Diese zu zeigen, haben wir die Schlussfolgerungen herausgearbeitet. Die erste These ist modifiziert anzunehmen. Aber dadurch, dass er die Ethik als ein natürliches und notwendiges Naturprodukt hinstellt (These 2), erkennt er unser Postulat nicht an. dass die Ethik, und dasselbe gilt dann für die Offenbarung, von aussen her dem Menschen gekommen sei, obzwar er die bestehende־ Ethik in Praxis für zwingend erklärt. Praktisch dasselbe — theoretisch der Gegensatz. Dieser wird akut bei der vierten These. Hertwig lehrt, dass die Ethik mit der VervolLkommnung des Menschengeschlechtes noch verbessert werden könne

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