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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 115 (sequence 29)
Language
German
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Das Ideal der Heiligkeit usw. US der Rationalismus gespürt, aber vergebens zu beschreiben gesucht hat. Er hat sich hier wie sonst dem Heiligen gegenüber geholfen, indem er es nicht dargestellt, sondern gleichsam auf seine Ebene projiziert hat, sodass die Tiefe völlig verloren ging: so wurde dem Haupte der Marburger Philosophenschule, deren Unzulänglichkeit gegenüber der Religion Otto immer wieder hervorhebt, der Sabbat zu einer sozialen Einrichtung sehr verdienstlicher Art — was er unzweifelhaft auch ist und in welcher Eigenschaft allein er nicht-religiös denkenden Menschen nahegebracht werden kann, womit aber seine eigentümliche Stimmung, sein Duft und seine Weihe in keiner Weise begriffen wird. Eine Deutung der Rabbinern nützt den Doppelsinn der Ueberschrif& des 92. Psalms ״Lied vom Sabbattag“ aus und meint, der Sabbattag selbst habe dies Lied verfasst. Danach möchte man fortfahren, dass der rationalistische Sabbat eines Cohen zwar redet, sogar sehr eindringlich redet, — aber nicht singt. Wohl aber tut das Sabbat der Rabbinern Und die jüdische Volksseele wird, in der Sprache Jehuda Hallevis zu sprechen, *die Harfe seiner Lieder״. Aus ihr quellen Sabbatgesänge für den häuslichen Tisch wie für die synagogale Andacht. Mystiker und ihnen nahestehende Geister reden geradezu von einer נעמה יתרה, einer besonderen Seele, die der Mensch nur am Sabbat erlangt. Sie spüren förmlich die ״Engel des Dienstes“, die unter Liederklängen am Freitag Abend niedersteigen, segnend im Kommen, segnend im Weilen, segnend im Scheiden. Sie fühlen das Nahen der Sabbat-Braut; und eines der zahlreichen Lecho-Daudi-Lieder, die sie zu ihrer Begrüssung verfassten, ist in das allgemeine Gebetbuch eingedrungen, hat noch in Heinrich Heines Seele Widerhall geweckt. — In all diesem Singen und Klingen kommt die Empfindung des Numinosen zum Ausdruck, das dem Rationalismus unzugänglich bleiben muss, dessen der Gläubige aber bewusst wird durch den gesetzlichen Z3uberbann des Tages, in welchem er Gottes undurchsichtigen Willen ehrt, der mit unsichtbarer Uebermacht, gleich Rautendels Zauberkreis, der Selbstherrlichkeit des menschlichen Wollens Schranken zieht. Wie das Heilige überhaupt, ist eben auch das Heilige der relD

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