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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 113 (sequence 27)
Language
German
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Das Ideal der Heiligkeit usw. 118 beiden Wurzeln קדש und כבד eng verwandt1). Solche rühmende Anerkennung der göttlichen Herrlichkeit und Allmacht kann zunächst durch Worte geschehen; so trifft Mose und Aron der Vorwurf, die ,,Heiligung Gottes“ bei den Haderwassern versäumt zu haben; wegen solcher Heiligung haben Gebetstücke, wie Kaddisch und Keduscha, ihren Namen erhalten. — Aber noch bedeutungsvoller als die Verherrlichung durch das Wort ist diejenige durch die Tat. Der Märtyrer, der sein Leben hingibt, um nicht gegen G0tte3 Willen und die Lehre seiner Einzigkeit zu verstossen, übt Kiddusch Haschern, Heiligung des göttlichen Namens, während umgekehrt jeder, der durch Unsittlichkeifc (Arnos 2, 7) oder durch Unredlichkeit des göttlichen Willens spottet, dadurch seinen Namen entweiht, namentlich wenn die Sünde in der Oeffentlichkeit, etwa gar vor Gegnern der göttlichen Offenbarung, geschieht und dadurch Heiden zur Herabsetzung Anlass gibt. Der Gedanke, dass unsittliche, ja, unschöne Handlungsweise nicht nur Sünde, sondern, wenn die Kühnheit des Ausdruckes gestattet wäre, gleichsam eine persönliehe Kränkung Gottes darstelit, hat sich im mittelalterlichen und neuzeitlichen Judentum als ethischer Antrieb von ungeheurer Stärke bewährt2). r) Für unsere Zwecke reicht der Hinweis auf Lev. 10,8 בקרבי אקדש וער פגי כר העם אכבד aus; bezeichnend ist auch der Ausmünden des קדוש קדוש קדוש in כלא כר הארץ בבורו. 2) Statt auf die schönen, aber rationalistisch beeinträchtigten Dar- Stellungen des Begriffes bei Lazarus, Ethik des Judentums 196 ff. und bei Cohen, die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums 409 ff. za verweisen. setze ich die in ihrer Schlichtheit tief ergreifenden Schlusssätze aus Maimcnides’ Behandlung des Kiddusch Haschern (5,11 הלכות יסודי התורה) hierher. ״Es gibt noch andre Handlungen, die unter das Verbot der Entweihung des göttlichen Namens fallen, und zwar, wenn ein hervorragender Vertreter der Thora-Kenntnis und Frömmigkeit Dinge tut, die das Gerede der Monsehen herausfordern: auch wenn es nicht Sünden sind, so ist es doch Entweihung des Namens. Dazu gehört, wenn er nicht sofort bezahlt, also trotz der Mahnungen der Verkäufer den Preis schuldig bleibt, wiewohl er bezahlen könnte; oder wenn er sich in ausgelassene Scherze oder Gelage vor und mit Unwissenden einlässt; oder wenn er seine Mitmenschen nicht freundlich an- Spricht und aufnimmt, sondern unwirsch und zornig; in derartigen Dingen

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