Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 111 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Das Ideal der Heiligkeit usw. 111 wiederzufinden und erklärt das Prädikat durch Volksetymologie תיקד אש (Midr. Tann. z. St): so ־wenig hat sich in der lebenden Sprache die Urbedeutung erhalten. — Während somit die ältesten aus unserer Wurzel hervorgegangenen Triebe absterben, gehen aus ihren jüngeren Schösslingen neue Blätter, Blüten und Früchte hervor. "Wohl ist bereits in der Bibel ״die Heiligkeit Gottes so gut wie identisch mit seinem Gottsein“ 1). Allein die Bezeichnung קמש von Gott an Stelle des Gottesnamens selbst (also nicht attr ibutiv oder prädikativ) findet sich in der heiligen Schrift selten und ausschliesslich in stark gehobener Sprache; ausserhalb der Verbindung 2קדוש ישראל) scheint קדוש in der Einzahl nur Jes. 40,25 (vgl. 57.15); Hab. 3,0 und Hiob 0,10, in der Mehrzahl (pluralis majestatis) Spr. 9. 10 (vgl. Ibn Esra) und 30, 5 zu stehen. Was in biblischer Zeit noch als sprachliche Kühnheit empfunden wird, ist der rabbinischen ganz geläufig: sowohl im Hebräischen wie im Aramäischen heisst Gott häufig ״der Heilige״, aber nie ohne den verehrenden Zusatz: gelobt sei er3). Diese — meines Wissens in keiner anderen Religion aufzuweisenäo — Bezeichnung ist in ihrer Volkstümlichkeit ein interessantes und nur wegen seiner Unscheinbarkeit nicht genügend verwertetes Zeugnis für das Einsickern höchster prophetischer Ideale in die Seele des sprachschaffenden Volkes und insofern ein wichtiger Beitrag zur Beurteilung der jüdischen ״Volksfrömmigkeit4״) r) Bunzel, Begriff der Heiligkeit 17. 2) Die vornehmlich im Buch Jesaja, aber auch sonst nur in gehoboner Rede auftritt. O .קודעא ברין הוא! הקרוע בי־ זך הוא י) Man sieht, Otto hat ganz Recht, wenn er S. 91 schreibt: ״Wie hätte er (Jesus) dazu kommen sollen, zu lehren, was jedem Juden das schlechterdings erste und selbstverständliche war: nämlich dass Gott der Heilige in Israel war.“ Um so bedenklicher ist die Fortsetzung: ״Zu lehren und zu verkünden hatte er, was nicht selbstverständlich, sondern seine eigenste Entdeckung und Offenbarung war: dass eben dieser Heilige ein himmlischer Vater sei“. In Wahrheit ist auch der Begriff des ״,Vaters im Himmel“ dem rabbinischen Judentum durchaus