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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 109

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 109 (sequence 23)
Language
German
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Das Ideal der Heiligkeit usw. 109 anderes Mal — mit Weglassung der Schlussworte1). Und wenn etwa Philon die Heiligkeit des Sabbats empfiehlt und einschärft, gebraucht er niemals den Ausdruck der Heiligkeit, den die griechische Bibel wählt, ein Beweis dafür, wrie wenig seine Frommigkeit von der Bibel abhängt2). Gewiss geht Phiions Religiosität über das bloß Ethische weit hinaus. Im Sehnen nach ekstatischer Schau, in der Erforschimg göttlicher Sternsphären und im rechten Wandel wirkt sich nur ein tiefreligiöser Zug aus: der Drang der Seele, des Gottes in der Menschenbrust, der aus der Grabeshaft des Körper3 zur Vereinigung mit der Allgottheit emporstrebt. Der Drang selbst mag jüdisch sein und Philon bei der Auswahl seiner griechischen -Quellen geleitet haben3): aber ganz gewiß nicht jüdisch ist die wissenschaftliche Formulierung des Lebenszieles und Lebensbildes, nicht zuletzt auch in seinen religiösen Zügen. Der Bibel verdankt Philon für die Darstellung des Kernes seiner Lebensanschauung nicht das Geringste. So bestätigt sich aus der Betrachtung der Rolle, die das Ideal der Heiligkeit für ihn spielt, das Urteil, das wir an anderer Stelle4) über ihn gefällt haben, dass ihm nämlich gerade diejenigen Teile der Bibel am ,wenigsten vertraut sind, aus denen sich am ehesten ihre kulturelle Bedeutung hätte erweisen lassen. ..Die Verwerfung mechanischen Opferdienstes entnimmt er dem Theophrast, nicht den Propheten; er spricht von Schlicht־ heit und Herzensreinheit, ohne die Psalmen zu zitieren, und trägt den Gedanken der Menschenliebe willkürlich in Ritualgesetze hinein, ohne daran zu erinnern, dass der Pentateuch ausdrücklich die Nächstenliebe vorschreibt. Und so erinnert denn Philon oft *) De Abr. 56; De sobr. 66 (krit. Ausg.). 2) Vgl. ßpec. leg. II 249 (Cohn): ndXiv 0 6 x7jv ispav sßSopuQV ß5Sr,X0v x6 י׳ן auxov tjxov pipo? öxootxoc löxco Savaxoo. Touvavxtov *yap xoTs xal ׳jrpoqtiaai xal Go>p.aa1 xa9apsu*>v £Ö7:0p־)QX£0v ״ * To 53. xoXpdv xa xaümatm psva 7rapax0Trxs1v xal xcapa־(apan־s1v Ö7rsp[3aXXo□aav dcjsßsiav ipcpaivsi. Man sieht: Philon gibt sich die grösste Mühe, um das sprachlich harte 510׳ן* zu vermeiden. s) Vgl. meine Ausführungen: Monatsschrift für Gesch. und Wiss. d, Jud. 64,106 f. 4) Schriften der iücL-hell. Literatur II S. 8.

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