Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 107 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Das Ideal der Heiligkeit usw. 107 קדש Ilagiographen kennen. Das Wort taugt insofern besser zur Wiedergabe, als es der Sphäre der sogenannten Mysterien- Religionen* 1), also nicht des offiziellen, mehr politischen als religiösen Staats-Kirchentums entstammt und ihm daher eine gewisse Weihe und Feierlichkeit anhaftet, wie etwa unserem hehr. Ein irgendwie vollwertiger Ersatz des hebräischen קדוש ist auch das neue Wort in keiner Weise. Zunächst kann das griechische Adjektiv zwar von heiligen Gegenständen oder Tagen, aber k au m von göttlichen Wesen oder von Menschen gebraucht werden : wenn die Uebersetzung das dennoch tut. so gibt sie den erhabensten Stellen der Bibel eine sprachliche Gezwungenheit und Härte, die ihnen den Eindruck nimmt; das dreifache kagios hei Jesaja■ 6 wirkt auf den Griechen, soweit sein Sprachgefühl nicht etwa durch Vertrautheit mit dem Uebersetzungsgriechisch abgestumpft war. kaum stärker, als wenn wir ein dreifaches ״geweiht״ einsetzen würden. Aber was schlimmer i3t, dem griechischen Wort fehlt unbeschadet seines nuininosen Beiklanges jede Beziehung auf das Sittliche; aus der Aufforderung. ״geweiht“ zu sein, wie Gott ״geweiht״ ist (Lev. 19,21), konnte niemand jene Mahnung zu sittlicher Vollkommenheit heraiishören, die die Erklärer im Urtexte fanden. Also entwertet nach Ausdruck und Inhalt wirkte die bib- Tische Lehre durch das Medium der Uebersetzung auf Philon. Konnte sie einen tiefen Einfluss auf ihn üben? Mit Bezug auf den Gottestempel steht es Ez. 40,19 für עזרה, I Chr. 29,4 für בית, nirgends für כקדיש oder קדש; Jos. 6, 8 hprA aaLtrpfsc ist freie Wiedergabe. — Stiftszelt• und Tempel heissen xa ayia oder xö ay10v, auch ayTocou'z; selten ayiocTr^ptov (tv• 12,4; Ps. 74,7). קדוש heisst immer c£y10-. Die Verbalformen werden meist durch ayta£stv und cqftaCeö&a«, wiedergegeben; doch steht ayvtCetv für הקדיש z. B. Ex. 19,10; II Chr. 30, 17; התקדש wird oft durch (vgl. das Vater unser), oft durch wiedergegeben. Freie Umschreibungen durch xaüapo* sind sehr sehen (Jes. 65,5; Hiob 1,5). 1i Wobbermin, Religionsgeschichtliche Studien 59 ff. Ob die Vorliebe hellenisierter Aegypter für ayvsöstv 0׳V. Otto, Priester und Tempel im hellenistischen Aegypten, Index s. v.) ähnlich zu erklären ist?— f'Ay׳o* in Verbindung mit Menschen weiss Wobbermin überhaupt nicht zu belegen, in Verbindung mit Göttern nur aus nachchristlicher Zeit.