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Jeschurun · 1921-03-01 · Heft 3-4 (März 1921) · p. Seite 92

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 3-4 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 92 (sequence 6)
Language
German
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92 Die Erwählung Israels. an das die Offenbarung am Sinai erging, wird so zum Rückgrat aller Darlegungen. Für den nichtjüdischen König aber, dem für das Gefüblsmässige, mit dem die Kinder eines solchen Volkes, eines durch die Tradition und die Geschichte von Jahrtausenden in seiner Ueberzeugung gefestigten und darum die Erwählung als gegeben hinnehmenden, jedes Verständnis ab״ gehen muss, erhebt sich das Problem in seiner ganzen Schärfe. Wie kommt es, dass die göttliche Belehrung, die der ganzen Menschheit dienen müsste, nur einem Volke zu Teil geworden and nun gar einem Volke, das man um seines Geschickes willen als das verächtlichste anzusehen gewöhnt ist? Jehuda Hallewi konnte sich schon deshalb nicht auf den rein partikularistisehen Standpunkt stellen, dass die Erwählung Israels ein blosser Akt der Bevorzugung eines einzigen Volkes ist, da er doch den König und sein Volk für die jüdische Religion gewinnen will, diese also doch einem grösseren Kreise aus der Völkerfamilie zugänglich sein muss. Um es kurz, wenn auch in dieser Kürze noch undeutlich zu sagen: Jehuda Hallewri bekennt sich zum ÜDiversalismus im Ausgangs- und Zielpunkt der Menschheitsgeschichte, zum Parti״ kularismus im Verlaufe ihrer Entwicklung. Die Natur, so führt er wiederholentlich aus, ist in einer Stufenfolge der Reiche geordnet, de3 Anorganischen und Organischen. Letzteres gliedert sich wieder in aufsteigender Linie in das des Vegetativen, Animalischen und das der mit Sprache und Vernunft begabten Wesen. Ueber der irdischen Natur erhebt sich das Reich der himmlischen Wesen, der Engel. Diese Stufenfolge war allgemein angenommen. Was J. H. besonder? eignet, ist, dass er eine Zwischenstufe zwischen dem Durchschnittsmenschen und den himmlischen Wesen konstruiert. Und zwar nicht nach Art der aristotelischen Gedankenwelt, die den Philosophen auch eine besondere Stellung einräumt oder annimmt, dass sie durch das höhere abstrakte Denken erworben werden kann. Sie ist für J. II. vielmehr eine Ordnung innerhalb der Natur, von der Art der anderen Menschen in ähnlicher Weise abgegrenzt, wie die Pflanzenwelt von-der Tierwelt, wie diese von de in ff

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