Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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R Jisroel Saianter u, die Mussarbewegung. 61 schlossenen Gruppe and scheinen so vom übrigen Volk geschieden, Sie verlieren die allgemeine Sympathie. Man blickt auf sie wie auf Sektierer. Die Zahl der Parteigänger wird geringer, dafür aber befestigen und organisieren sie sich und werden willensstark und einflussreich. Sie wenden sich bedeutsamen Aufgaben des Lebens zu und übernehmen dauernd führende Rollen in der Gesellschaft und Gemeinde. In dem Moment aber, wo sie den engen Bezirk der individuellen Vervollkommnung verliessen und das weite Feld der gesellschaftlichen Wirksamkeit betraten, stiessen sie einerseits auf heftigen Widerstand bei den Beschützern der bestehenden und festgefügten Grandlagen der alten jüdischen Gemeinschaft, kamen sie andererseits mit den neuen Elementen der Jagend, die nach Erneuerung strebte, in Berührung. Die Gegnerschaft gegen sie wachs mit dem Mass ihres Einflusses in der Oeffeatiichkeit. Jeder Schritt vorwärts kostete Opfer. Der Weg war mit Hindernissen besät. Doch konnte all das ihre Kraft nicht schwächen; im Gegenteil: ihre geistige Stärke wuchs, und ihre Pädagogik ward am ein neues Prinzip reicher: Willenskraft und Seelenstärke. Wilna war die Blütezeit des Mussar als einer geistigen Sehnsucht. Dort erreicht er seinen Höhepunkt als Volksbewegung. In Kowno hingegen war die Wiege der gesellschaftlichen Ausprägung der politischen Stärke, der organisierten Partei. Hier entstand das dauernde feste Zentrum♦ Von hier aus wurde das Netz gesponnen, das nach allen Richtungen ausgespannt wurde, differenzierte sich die Bewegung za verschiedenen Nüanzierungen, spaltete sich und schuf sich neue Keimzellen. Und hier verwickelte sie sich in einen heftigen Kampf nach rechts und links, mit Rabbanim und Maskilim. (Fortsetzung folgt).