Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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52 Die Prophetie. Buches — die durchsichtige Sprache, den klaren Aufbau — nicht wettgemacht werden. Für manches sauber und wirksam Herausgearbeitete kann man dem Verfasser dankbar sein, und manchen Partien wird man rückhaltlos zustimmen. Und doch müssen wir im Wesentlichen — und nicht ohne Schmerzgefühl von dem Buche sagen: Das Gute darin ist nicht neu, und das Neue darin ist nicht gut. Auerbach ist ein Mann, dessen Liebe zu Israel und zum jüdischen Schrifttum bekannt ist. Wir hätten gerne gelobt, wo wir tadeln müssen. Aber das Problem, an das sich der Verfasser gewagt hat, ist so gewaltig, die Verantwortung, die er auf sich geladen, so schwer, dass wir gezwungen sind, ohne jede persönliche Rücksicht Stellung zu nehmen, להסיר מנשל. Denn kein Anderer als J e r e m i a mahnt uns, nicht solchen Aerzten zu gleichen, welche Wunden oberflächlich heilen und sprechen: Friede, Friede, wo doch kein Friede ist ... . Wir sind der Meinung, dass die Verwirrung, welche Auerbach’s Buch bei der Masse unkritischer und unwissender Leser anrichten muss, grösser ist als die Belehrung, welche es spendet. Mit Erwartung haben wir es in Empfang genommen und mit einem Gefühl der Enttäuschung, ja nicht ohne Unwillen, aus der Hand gelegt. — R. Jisroel Salanter u. die Mussarbewegung % Von Rabbiner J. Weinberg II. Wilna. Neun Jahre weilte R. Jisroel in Wilna (1840—49). In dieser Zeit veranstaltete er grosse öffentliche Versammlungen in der grossen Synagoge und in den übrigen Bet- und Lehrhäusern der Stadt und hielt seine Mussarreden mit feuriger Begeisterung. Seine grosse Beredsamkeit, die durch seine kraftvolle schöne Stimme noch gehoben wurde, machten ihn zum Liebling der Gemeinde. (Von einem seiner indirekten Schaler habe ich gehört, dass R. Jisroel gelegentlich seiner Reden beim besten Willen sich beim 1j Vgl. den Jeschurun YJL 590—605.