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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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18 Die Aufklärung. wird, eia Mittel, das noch vorhandene echte jüdische *Nationalgefühlu der durch die heilige Literatur anerzogenen Gottesfurcht anstatt zu untergraben zu schützen und zu fördern. J. W Die Anwendung der Psychoanalyse auf die Erforschung religionswissenschaftlicher Probleme. von Dr. Armin Blau, Hamburg. Seitdem Universitätsprofessor Dr. Sigmund Freud in Verbindung mit Dr. J. Breuer in Wien 1895 ihr epochemachendes Werk: ״Studien über Hysterie״ herausgegeben und damit den Grundstein zur Wissenschaft der Psychoanalyse gelegt haben, ist allmählich eine ganze Schule von Gelehrtenjüngern im In- und Auslande, in Europa und Amerika entstanden, die den Weg ihres Meisters Freud fortsetzend immer neue Gebiete der Mythologie, der Literatur, Kunst, Psychologie für die psychoanalytische Forschungsmethode zu erobern suchten. In der Schweiz und in England und vielfach in amerikanischen Forscherkreisen hat die Freudsche Theorie starken Anklang gefunden, weniger in deutschen Fachkreisen. In Deutschland sind viele der Freudschen Schlussfolgerungen als übertrieben angesehen und die vielfachen Analogieschlüsse namentlich seiner Schüler von den Zwangshandlungen der Psychoneurotiker auf die Phänomene des Seelenlebens bei den normalen Menschen teils abgelehnt, teils skeptisch behandelt worden. Doch gelten gewisse Ergebnisse der Psychoanalyse namentlich hinsichtlich der Behandlung pathologisch und hysterisch Erkrankter als gesichert. Wir erlauben uns in dieser Hinsicht kein fachmännisches Urteil. Zweifellos sind die Ergebnisse der Freudschen Forschungen hinsichtlich der Phänomene des Alltagslebens unmittelbar einleuchtend und auch dem Nichtfachman verständlich. Die Anwendung der Freudschen Theorie auf die Analyse des Traumlebens, die Erklärung der sogenannten ״Fehlleistungen״, das ist der täglichen Irrtümer des Vergessens,

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