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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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_ Die Aufklärung. 17 wirken zu wollen, wie sie die an sich sehr verdien st voUe Verbreittmg der religiösen Schriften des deutschen thoratreaen Jadentums darstellt. Dem Bildungsfähigen und nach Bildung strebenden Teil sagt er zu wenig. Sie sind ja auch gesättigt mit dem reichen Gut, das unsere grosse exegetische, religionsphilosophische und dichterische Literatur des Mittelalters bietet. Und vor allem fehlt es an einem Mäcen, wie es dem Stiebelschen Verlag vergönnt war. Dieser hätte bei seinem auf aussergewöhnliche Dimensionen eingestellten Unternehmen zu einer grossen Hilfe im Dienste unserer Wünsche werden können, wenn er nicht ganz ohne Rücksicht auf eine beherrschende Idee die Verbreitung der Weltliteratur im Allgemeinen sich zum Ziele gesetzt. Die Gerechtigkeit aber gebietet hervorzuheben, dass die Auswahl nicht etwa im Dienste jener früheren jangjüdisehen literarischen Bewegung unseligen Andenkens steht, die schon Achad Haam gegeisselt, dass es zumeist wirklich Meisterwerke der Weltliteratur sind, die zur Übersetzung ausgewählt. Man kann freilich sehr im Zweifel sein, ob z. B. Rousseau's ״Bekenntnisse44 und Scienkiewicz ״Quo vadistt oder gar Kellermann’s ״Ingeborg“ für eine jüdische Bibliothek sich eignen. Wie weitab stehen die beiden ersteren vom jüdischen Empfinden und wie wenig ist das letztere zu den ragenden Denkmalern der Weltliteratur zu zählen. Es scheint uns überhaupt, als ob viele Werke nur, weil sie der modernen Literatur angehören, in die Sammlung aufgenommen. Eine spätere Literaturgeschieht© wird sie als ephemere Werke kennzeichnen. Und doch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass in den Reihen unserer thoratreuen Akademiker sich Männer finden werden, die der angegebenen x4nregung folgen. Und wenn diese den Willen haben, dann werden sie auch den Weg sich bahnen, einen Weg, durch die Werke der Literatur von unvergänglichem Wert auf Kopf und Herz im Allgemeinen und im besonderen jüdischen Sinne zu wirken. Dieser Weg soll nicht, um es nun zum dritten Mal zu sagen, der der alten Haskala sein, sondern ein Heilmittel gegen die Verwirrung, die durch die wahllose und man darf auch im Sinne der allgemeinen Bildung sagen schlechte Methode alles, was dem Modegeschmack der Zeit entspricht, za bringen, angerichtet

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