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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 Die Aufklärung־. das noch nicht zwischen Erfindung und Wahrheit unterscheiden gelernt. So Hettcer. Und wir lügen hinzu: Welch unschätzbares Hilfsmittel, um durch Phantasie und Gefühl auf das religiöse Innenleben zu wirken! Man braucht gar nicht diese Dinge zu unterstreichen, ,wie das bei den philanthropischen Pädagogen des 18. Jahrhunderts der Fall war. Bearbeitungen wie die von Campe, die auf die Moral besonderes Gewicht legen, verwischen nur die Poesio des Urbildes und wirken, weil man die Absicht merkt, verstimmend. Wie wächst im Urbild selbst vor unseren Augen die Gottesfurcht und das Gottvertrauen jenes r >hen Matrosen aus Freude und Dank, wenn er einer Gefahr entronnen oder ihm unerwartet Hille gekommen. Warum, so fragen wir, ist dies Meisterwerk, eine der edelsten Blüten in den Schriften der Aufklärungsperiode, eine Dichtung, die reine Menschlichkeit mit tiefer Religiosität verbindet, von denen, die unter uns Bildung im Gewände der Kunst verbreitend ihr Volk wahrhaft fördern wollen, noch nicht ausgeschöpft? Vielleicht weil es eben so schlicht und einfach, nicht verstandesmässig überspitzt und verklügeit, nicht in den Gefühlen überhitzt und überspannt, wie die Moderne דשן מפניי הדש ת־ציאו das gute Alte wird um des schlechten Neuen vernachlässigt. Gibt es ein amüsanteres und zugleich lehrreicheres Buch als Swiffs Gulliver’s Reisen, dem unerfahrenen Kinde Beschäftigung seiner Phantasie, dem abgeklärten Greis tiefe Lebensweisheit bietend? Und Shaftesbury's hiareissende Schilderung der Tugend? Ja selbst Mandevilie’s Bienenfabel, mit einer entsprechenden Einleitung versehen, vermag religiös fördernd zu wirken. Die Notwendigkeit des Uebels ist zwar sehr einseitig hervorgehoben, aber die hier in wenigen Blättern gegebene graziöse Dar- Stellung trägt zu einer Milderung des Problems der Theodicee, das gerade den religiösen Menschen mehr als irgend ein anderes, quält, mehr bei als Leibrdz dickleibiges scholastisches Werk. Und wie wäre es mit Locke? Ich weiSwS, Spinoza gilt als jüdischer Nationalheiliger. Ab3״r so stolz wir darauf sein können dass die Geschichte der Philosophie neben Sokrates keine solche reine Persönlichkeit auf weist, die auf solch ethischer Höhe steht, wie Spinoza, so hat doch dessen philosophisches System mit dem

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