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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 604

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 604 (sequence 108)
Language
German
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€04 R. Jisroel Salanter u. die Mnssarbewegung- Woloscbin gewandt Labe mit der Bitte, als משגיח angestellt zu werden; aber man wies ihn zurück mit der Begründung, dass weder das Haupt der Jeschiwah noch diese selbst solcher Ehre würdig und wert seien}. — Damals wandte sich die Gemeinde Wilna an ihn und forderte ihn auf, die Leitung der bekannten Jeschiwah Ramailes zu übernehmen; man bot ihm 4 Rubel die Woche und freie Wohnung. Dieser Antrag erfreute R. Jisroel, denn nur wrar ihm Gelegenheit gegeben, seine Gedanken in die Tat umzusetzen. Als zweiter ראש ישיבה wirkt in dieser Jeschiwah der Gaon R. Mordechai Melzer, der spätere Lidaer Raw, berühmt als besonderer חריף seiner Zeit; als R. Jisroel sah, dass dieser Kollege von seinem hohen Platz verdrängt worden war, und dass die besondere Liebe, die die Schüler seinen eigenen Schiurim bekundeten, jenem seelischen Schmerz bereitete, verliess er eilends diese Jeschiwah und gründete eine neue in der Vorstadt Wilnas Sareze. Bald sammelten sich um ihn viele Schüler der Stadt und der Provinz. Seine Jeschiwah wurde die Hochburg, zu der die Bedeutendsten und Scharfsinnigsten strömten. Viele der Grössten im nachfolgenden Geschlecht waren Schüler dieser Jeschiwah (mir scheint, ich hätte gehört, dass auch der Gaon R. Jerueham Jehuda Perlmann, als גדול ממינסק bekannt, dort * gelernt“ hat. Auch die alten Rabbonim und Führer der Zeit kamen gern, um dies seltene Lehrhaus zu sehen und R. Jisroels wundervollen Piipul zu hören). R. J. Blaser erzählt in seinem cit. Buch S. 110, dass R. David aus Bichow, der Verfasser der הגהות הרחל על ש״ס, herbeieilte, um חדושי תירה von R. Jisroel zu hören; jener lobte ihn und seine Weisheit so übermässig, dass R. J. Blaser sich scheute, diese Lobsprüche niederzuschreiben). Bald ward R. Jisroel Führer und Haupt der Stadt. Die Gelehrten und Rabbiner anerkannten seine Grösse, und das Volk blickte zu ihm mit Ehrfurcht und Scheu empor. — Da erkannte R. Jisroel, dass die Stunde, die er ersehnt und auf die er sich vorbereitet batte, gekommen sei, die Stunde der Arbeit, seiner Sehnsucht. In Wilna waren Ort und Menschen geeignet; hier wollte er zum ersten Mal mit seinen Mussargedanken hervortreten. Wilna war der Ort der Empfängnis und

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