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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 603

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 603 (sequence 107)
Language
German
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gaSBE R. Jisroel Salanter u. die Miu-sarbewegung. 60S niedergeschlagen; auf ihre Frage, warum er so unzufrieden sei, sagte er: *Ich komme mir wie ein Komödiant auf der Kanzel vor; ohne Zweck brüste ich mich mit meinem Wissen.“ Bei allen schweren Seelenkämpfen, die er zu bestehen hatte, vergass er nicht seinen grossen Leitgedanken und verliess nicht den vorgezeichnetea Weg: die Geister zu gewinnen, die Herzen zu erobern und Menschen für seine Lehre zu gewinnen. Unterdessen beschäftigten ihn Nahrungssorgen. Seine Familie vergrösserte sich, und er hatte die Pflicht, sie zu ernähren. Ein Rabbinat wollte er keinesfalls auf sich nehmen (seinen Schülern gestattete er die Rabbinatswürde, einigen erlegte er sogar dringend die Pflicht auf, Posten in grossen Städten anzunehmen und ihre Gemeinde im Geist seiner Mussariehre zu beeinflussen; sich selbst aber versagte er das); einen kaufmännischen Beruf zu ergreifen oder ein Handwerk, das er höher schätzte, vermochte er nicht, weil er nicht an einen Ort gefesselt sein wollte: wollte er doch frei sein, um seine Lehre zu verbreiten. Das für ihn passendste Amt, das auch seiner GeLtesstruktur und seinen Plänen am meisten entsprach, war das des ״Maggid״ in irgend einer Gemeinde. Es gab seinem Inhaber weder Reichtum noch Würde, aber doch war cs eine Plattform für bedeutende Fern- Wirkung. Und das war ja sein Wunsch. Sofort bemühte er sich nach dieser Richtung, und ich habe, wie mir scheint, von seinen Schülern gehört, dass er in einer grossen Stadt teste Aussichten hatte, מייד zu werden. Doch da sah er, dass Maggid gegen Entgelt zu sein, nicht seine Sache wäre, und dass sein Einfluss sofort an Wert einbüssen würde, wenn es seine Hörer wüssten, dass תונחה sein nährender Beruf sei. Da entschloss er sich, משגיח in einer der Jeschiwoth zu werden, wt0 er die Jünglinge beim Lernen zu beaufsichtigen und ihren Geist zu beeinflussen hatte. Lange suchte er, ohne eine Jeschiwah zu finden, die ihn aufnehmen wollte. Kein ראש ישעה war geneigt, ein selch bescheidenes Amt auf die Schulter eines Mannes zu legen, der mit dem Titel ״Gaon* geschmückt war. (Von einem seiner indirekten Schüler habe ich gehört, dass er sich auch in seinem Alter noch an das Oberhaupt der weltberühmten Jeschiwah in

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