Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 600 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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600 E. Jisroei galanter u. die Massarbewegnng. beschert hatte, damit er die Gelehrten gewinnen und einen Weg zum Herzen des Volkes finden könne. Er wusste, dass die Juden Litauens und Samogetiens nur einem Mann folgen würden, dem der Titel ״Gaon“ vorangehe. So entschied er sich nach schwerem Kampf mit sich selbst, seine überragende talmudische Gelehrsamkeit als Waffe zur Gewinnung der Geister zu führen, und machte den ,,Pilpul“ zum Agitationsmittel für die Mussarlehre. In jener Zeit begann er, durch die jüdischen Gemeinden zu ziehen, und hielt überall geistessprühende halacbisehe Vorträge; wohin er kam, gab er die Stelle aus פוסקים ראשודם u. ש״ס öffentlich bekannt, die dem Pilpul zu Grunde gelegt werden sollten. Die tüchtigen Talmudisten in jeder Stadt rüsteten sich stets intensiv zum geistigen Turnier, das ihnen der junge Gaon lieferte, wertieften sich in seltene Werke, um daraus gewichtige Einwände und scharfsinnige Fragen zu entnehmen, durch die man ihn in die Enge treiben und in Widersprüche verwickeln w011׳te. Wenn nun R. Jisroei begann, umringte ihn die Schar der Talmudisten und verwickelte ihn in Fragen: der Kampf hob an. Jedesmal aber ging R. Jisroei siegreich aus der Arena hervor, seine Würde stieg, und sein Ruf breitete sich aus. Die Gelehrten zwang er durch seinen Scharfsinn auf die Kniee, die einfachen Leute aber bezauberte er durch seine schlichte Bescheidenheit und Herzensgüte. Seine Wanderungen durch Litauen und Samogetien sah er als Eroberungsfeldzug im Dienste der Mussarbewegung an, deren Verbreitung er sich zum Ziel gesetzt hatte. Auf diesen Fahrten ereignete sich ein Vorfall, der s. Z. grosses Aufsehen in der talmudischen Welt• machte. An der Tür des grössten בית״ד־מדרש einer bedeutenden Stadt gab R. Jisroei eine grosse Mitteilung bekannt, in der mehr als 100 Noten und Stichworte aus allen möglichen Abschnitten des Talmud und der rabblnischen Literatur zusammen getragen waren. Erforderte die Fachkundigen auf, die bezeichnten Stellen einzuseben und sich zu dem Pilpul vorzubereiten, den er am nächsten Sabbath nachmittag vortragen wollte. Nun pflegte R. Jisroei, wenn er auf die Kanzel stieg, um seinen Vortrag zu halten, um die Mitteilung der Zitate, die er angeschlagen hatte, zu bitten, damit er sich beim Vortrag