Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 596 (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
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696 E. Jisroel Salanter u. die Mussarbewegung. Titel בךאריה Anmerkungen zum Talmud schrieb (sie sind im Wilnaer ש״ס gedruckt), war er als seltener עלד berühmt. Mit 12 Jahren heiratete er und fand Aufnahme (״Kest״) bei seinem Schwiegervater in der kleinen Stadt Salant-, von der er seinen Beinamen erhalten hat. Hier lernte er bei dem Raw des Ortes R. Zewi Hirsch Brauda, der als ״Welt-Gaoa“ unter dem Namen R. Hirsch Salanter Berühmtheit erlangt hat. Doch wie es scheint, hat R. Jisroel bei ihm nicht viel gelernt. R. Jisroel hat ihn nicht als Lehrer erwähnt und beruft sich nie auf ihn. Doch hatte R. Jisroel einen anderen Lehrer, auf den er sich noch im Greisenalter bezieht, wie ein Schüler des Lehrers Erwähnung tut; von ihm sagte er, er hätte ihn noch nicht erreicht (s. die Vorrede der Wochenschrift התבונה, die er in Memel ir>61 herausgab). Das war R. Joseph Sundei (berühmt unter dem Namen R. Sundei Salanter; er wrar der Schwiegervater von R. Samuel Salanter, der Rabbiner in Jerusalem war, wohin beide gemeinschaftlich gewandert waren); er war lediglich Privatmann, halb Ladenbesitzer, halb Melamed, der niemals zu den Führern der Gemeinde zählte und nie eine Rolle in der Oeftentliehkeit spielte, sondern einsam einige Stunden im Laden sass, sonst aber den ganzen Tag und die ganze Nacht in einem Winkel des Lehrhauses verbrachte und ununterbrochen ״lernte״. Dieser Mann, selbst eine ungewöhnliche Mussarerscheinung (s. das Buch von Rosenfeld: R. Jisroel Salanter; S. 103). der äusserlich einem gewöhnlichen Fuhrmann glich, fesselte den genialen Knaben so sehr, dass er allmählich ihm nachging und ihm auf Schritt und Tritt folgte. Dieses kluge Kind erkannte intuitiv, dass er eine jener mystischen Gestalten vor sich hatte, die ״wie eine Leiter auf der Erde standen, mit dem Haupt aber in den Himmel ragten״ (so äusserte sich די״ס); und sein Herz fühlte sich gefesselt. Ein schlichtes Wort, das dieser vollkommene Mann während eines Spazierganges äusserte, entzündete in der reinen Seele des Knaben, der nach dem Zeugnis seiner Schüler bereits damals an Geistesschärfe alle Zeitgenossen überragte, ein loderndes Feuer, das nie erlosch, solange er auf Erden weilte. Der Vorgang trug sich so zu: