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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 593

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 593 (sequence 97)
Language
German
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Zur Schriftau*legung R. Akibaa. H8 wnd פרטות aller Gesetze am Sinai gelehrt, am Stiftszelt wiederholt und in Arboth Moab ein drittes Mal gelehrt worden seien. Deuteronomium kann also nicht ausdrücklich die Erlaubnis profanen Fleischgenusses lehren und Leviticus dessen ausdrückliches interimistisches Verbot. Aber ist es nicht eine Durchbrechung des Grundsatzes, wenn nach R. Akiba Deuteronomium בשד בהירה ver~ bietet, Leviticus aber erlaubt? Nein, denn die Erlaubnis von בשר נחירה steht nicht ausdrücklich in der schriftlichen Lehre. Ist es nicht aber eine Durchbrechung des Grundsatzes, wenn nach R. Akiba Deuteronomium den Profangenuss von בשר שהוטה erlaubt, Leviticus aber verbietet?* 1) Nein, denn nach R. Akiba steht in Leviticus nichts von profanem Fleisch sondern nur von Opfern. Wir müssen es uns immer gegenwärtig halten, dass der Ausspruch R. Akibas kein dogmatisches Prinzip enthält sondern ein Prinzip der Schriftauslegung. R. Akiba erkennt selbstverständlich an, dass die Thorah interimistische Vorschriften enthält. Aber diese waren nach ihm entweder keine פרטות von Gesetzen, die לדורות galten, und standen in keinem Zusammenhang mit ihnen, oder wenn sie in Zusammenhang mit ihnen standen, dann ist in der Thorah nichts von diesen interimistischen Vorschriften ausdrücklich erwähnt. R. Akiba erkennt also natürlich an, dass bis aggadischem Drasch absehen, nach dem schlichten Wortsinn hervergeht, dass dies früher fern vom Heiligtum nicht möglich war. Aber nach R. Akiba wäre das doch früher in einem noch erhöhteren Masse möglich' gewesen, da man nicht durch r^ns-Vorschriften eingeengt war. R. Akiba müsste also die Stelle folgendermassen erklären: מ . . . , so kannst du (nach wie vor) nach deinem ganzen Belieben Fleisch essen״. (Vgl. auch V. 15). i) So Maimonide3, H. Sehechitah 4,17. Mein verehrter Lehrer Herr Professor Hoffmann findet zwar (Lev. I S. 466) diese Ansicht des Maimonides merk-würdig, da sie sich nur schwer mit dem Schriftwort vereinigen lasse. Aber diese Schwierigkeit wäre nicht auf das Konto des Maimonides zu setzen, sondern auf das R. Akibas, dessen Ansicht M. wiedergeben und kodifizieren will. Dass er sie zutreffend wiedergibt, daran dürfte 1u. E. kaum zu zweifeln sein, obgleich der Ausdruck לא איונסר כלל schwierig erscheint. Nach Lechem Mischne z. St. hat Raschi die Ansicht R. Akibas anders interpretiert. Aus Easchi selbst geht das nicht• mit Bestimmtheit• hervor.

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