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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 591

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 591 (sequence 95)
Language
German
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Zur Schriftauslegung R. Akibas. 591 dierenden Gesetze und Gesetzesbegrifle der Obel Moed-Vorschriften. Sie sind in ihrer Bedeutung vollkommen identisch. Der Sinn seines Ausspruches tritt noch klarer hervor ans der Fassung, in der er im Talmud überliefert ist: ״Sowohl die allgemeinen als auch die einzelnen Bestimmungen wurden am Sinai gelehrt, sie wurden am Stiftszelt wiederholt und in Arboth Moab ein drittes Mal gelehrt.“ Das heisst: Der Begriff sämtlicher für alle Zeiten geltender Gesetze, gleichviel ob es sich um deren Fassung in Exodus, Leviticus, Numeri oder Deuteronomium handelt, stimmt seinem Inhalt nach vollkommen überein: Der Ausdruck ist immer in gleichem, alle 'פרטות des Begriffes umfassendem Sinne aufzufassen. Seine Definition ist, so oft er wiederkehrt, immer dieselbe. Wenn es also Ex. 24. 5 heisst: וישלח את נערי בני ישראל ויעלו עולות, so ist der Begriff עולה hier nicht anders auszulegen als an späteren Stellen der Thorah, er umfasst alle Einzelbestimmungen des Brandopfers, mögen dieselben in der schriftlichen Thorah erst später niedergelegt worden sein1). Das gilt von sämtlichen לדורות geltenden (613) Gesetzen. Dort, wo in der Thorah eines von ihnen erwähnt ist, ist es als ein alle seine פרטות umfassendes zu interpretieren, und es darf an keiner Stelle der Thorah, an der es erwähnt ist, dahin ausgelegt werden, dass es vor der schriftlichen Fixierung der betreffenden פרטות vorübergehend (לשעתה) in einer andern, abweichenden Form geübt worden sei. Dies ist die Ansicht R. Akibas, wärend R. Ismael, obwohl anch nach ihm alle כללות und פרטות dem Sinai entstammen, meint, in gewissen Fällen, wie bei עולה könne ein in der Thorah wiederholter Gesetzesbegriff einen Doppelcharakter haben und zwar einen לדורות geltenden und vor der schriftlichen Fixierung der פרטות einen interimistischen (לשעתה) Charakter. 1j Vgl. ferner Sebachim llo b die Kontroverse über die Auffassung von נערי בבי ישראל und die Bemerkung über das Subjekt der zweiten Vershälfte.

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