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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 586

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 586 (sequence 90)
Language
German
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£36 Zur Schriftauslegung R. Akibas. von בראשית bis לעע% כל ישראל sinaitischen Ursprung haben? Und der Autor unseres Satzes sollte es erst haben beweisen müssen, dass auch die Einzelbestimmungen der Thorah vom Sinai stammen?1) Und was die Sache noch komplizierter macht: Wäre dies der Sinn seines Satzes, wäre seine Tendenz keine andere, als das Dogma vom sinaitischen Ursprung der zahllosen Einzelbestimmungen der schriftlichen und mündlichen Thorah zu lehren, wie wäre es da möglich, dass dieser doch dann nichts anderes als ein grundlegendes Dogma ausdrückende Satz von Anderen bestritten würde? Der Satz ist nämlich kontrovers. Er stammt von R. Akiba, und er wird von R. Ismael bekämpft. Um Klarheit zu gewinnen, müssen wir zuerst auf diese Kontroverse eingehen. II. Sebachim 115 b, vgl. Chagigah 6 b heisst es in einer Barailha: דכי ישמעאל אומי כללות נאמרו בטיד ופרטית באהל מועד ר״ע אומר כללות ״ .ופרטית נאמרו בסעי ונשבו באהל מועד ונשתלשו בערבות מואבR. Ismael sagt, die allgemeinen Bestimmungen wurden am Sinai gelehrt, die einzelnen am Stiftszelt. R. Äkiba dagegen sagt, sowohl die allgemeinen als auch die einzelnen Bestimmungen wurden am Sinai gelehrt, sie wurden am Stiftszelt wiederholt und in Arboth Moab ein drittes Mal gelehrt.״ 1j Ist es doch dem Autor unsres Satzes, R. Akiba, so selbstverständlich und über jede Beweisführung erhaben, dass die mündliche Lehre den gleichen sinaitischen Ursprung hat, wie die schriftliche Lehre, dass er sogar eine Deutung zurückweist, welche das Dogma vom sinaitischen Ursprung der mündlichen Lehre in der schriftlichen Lehre ausdrücklich ausgesprochen findet. Sifra zu Lev. 26.46 heisst es nämlieh in Anknüpfung an das Wort והחרדות folgendermassen: ״Das lehrt uns, dass Israel zwei Thorahs gegeben wurden, eine schriftliche und eine mündliche. Darauf erwiderte R. Akiba: Gab es denn für Israel nur zwrei Thorahs? Sind ihm nicht vielmehr zahlreiche Thorahs gegeben worden, wie es heisst: ״Dies ist dieThorah vom Brandopfer, dies ist die Thorah vom Speiseopfer, dies ist die Thorah vom Schuldopfer, dies ist die Thorah vom Schlachtopfer . . .״? Es ist zwar möglich, dass die Ablehnung jener Deutung deshalb erfolgt, wreil R. Akiba auf das Verhältnis von sehriftlicher und mündlicher Thorah nicht den Ausdruck ״zwei Thorahs“ angewandt wissen will, da beide eine Einheit bilden. Aber m. E. ist es

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