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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 576

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 576 (sequence 80)
Language
German
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576 Etwas über den Stil des Ramban. Etwas über den Stil des Ramban. Von Rabbiner Dr. I. Maarsen, Amsterdam. Wer einigermassen von dem Charakter eines Schriftstellers eine Vorstellung bekommen ־will, muss nach dem bekannten Sprichwort seine Worte lesen; aus dem Stil steigt dann vor seinem Geist das Biid des Verfassers auf. Wie so manchen Spruch, hat auch diesen die Erfahrung gebildet; und wirklich, wenn wir ihn auf Ramban an wenden, ergibt sieb die Wahrheit: ״le style c’est l’homme.4‘ Die grossen Züge, die den Charakter Rambans beherrschen, sind Pietät und ein tiefeingewurzeltes jüdisches Gefühl, Wahrheitsliebe und Bescheidenheit, es sind die bekannten ,ענוד und ״ראה, die, den Sprüchen R. Nathans gemäss, die הנמה vervollkommnen. Hier von der grossen, vielumfassenden Kenntnis des Ramban auf talmudischem Gebiet (s. meine Text« Studien Seite 9 und 13) und von seiner Erfahrung auf allgemein wissenschaftlichem Gebiet zu sprechen, würde' ausserhalb des Rahmens dieses kurzgefassten Aufsatzes fallen, der keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit macht und nur einige Punkte hervorheben will. Der Stil in dem Pent. Commentar ist im allgemeinen klar und deutlich, ausser den kabbalistischen Teilen, die nur Andeutungea geben, wie er am Ende der פתיחה selbst sagt: פנל הרמזים אשר אני כותב בסתרי התורה. Die Sätze sind fliessend und geben in deutlicher Form häufig ausführlich die feinen, oft scharfsinnigen Gedanken des grossen Exegeten wieder; man hat wrohl gesagt, dass er den Scharfsinn der Tossafistea mit der Klarheit der spanischen Schule vereine. Nicht wenig trägt die An- Wendung von Bibelversen oder Teilen von Versen zu dem Reiz seines Stiles bei, die er, als ausgezeichneter Kenner von Tenacb, so geschickt anzubringen weiss, als ob sie aus seinem eigenen Stil hervorgingen. Es ist eine Erscheinung, die im ganzen Pent. Commentar hervortritt, und zeigt, dass Ramban den Mussiv-Stil gern anwendet. Das Streben nach Deutlichkeit im Ausdruck ist Ursache, dass der Gebrauch von Fremdwörtern selten bei ihm ist. So

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