Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 575 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber den Begriff der Ehe im Judentum usw. 575 nicht auch unser einer? Diese Antwort aber ist nicht minder kennzeichnend für die einzigartige Grösse in der Seele Mosis, der, ihrer selbst vollkommen unbewusst, ahnungslos vor deren Ueberlegenheit gegenüber anderen und der hierdurch bedingten Ausnahmestellung gegenüberstand. Damit finden aber auch gleichzeitig die dunkeln, rätselhaften Verse ה׳ n דברים ה׳ פסיק, die, so wie sie dastehen, sich in den krassesten Widerspruch verwickeln, ihre ebenso einfache wie einleuchtende Lösung. Im Vers ד heisst es, dass bei der Offenbarung — Gott von Angesicht zu Angesicht zu dem Volke sprach, in dem darauffolgenden Verse wiederum, dass die Rede durch Vermittelung Mosis erfolgt ist. Wie soll das zugehen? Tatsächlich ist der Akt der Offenbarung von Angesicht zu Angesicht erfolgt. In dem Verse אנכי עומד בץ ד׳ וביניכם להדד ist der Ausdruck עומד בין so zu fassen wie in במדבר פסוק י״ג und י״ז und demnach mit ״Stellung nehmen״ zwischen Euch und Gott, zu übersetzen, להניד bedeutet nicht, um zu sagen, sondern «hinsichtlich der Sagens“. Damit wollte Mose in kurzen, aber für jeden, der hören will, verständlichen Worten auf jenen Vorgang anspielen. der soeben Gegenstand unserer eingehenden Darlegung bildet. In diesen Zusammenhang fügen sich auch ganz ohne Zwang die Worte, ני יראתם מפני האש וכר, die demnach nur besagen wollen, dass tatsächlich die Scheu vor d6m Uebertreten des gegebenen Befehles unverrückbar bei Euch feststand. Die Wendung, mit welcher Moses über diesen einzigartigen Vorgang hinwegkommt, der in seiner umständlichen Darlegung ihn unweigerlich mit seiner Demut in Widerstreit verwickelt hätte, — ist ebenso sehr für den Adel seiner Seele wie für eine unvergleichliche Kunst in der Stilführung der תורה kennzeichnend. (Schluß folgt.)