Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 562 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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562 Zum Wochenabschnitt וישב. ihnen in seinem Herzen zu befestigen und zu verstärken gesucht und dafür Sorge getragen, dass er trotz des ihm zuerkannten Erstgeburtsrechtes bescheiden und frei von Eitelkeit, Ueberhebung und Herrschsucht blieb. Das jedoch konnte der Vater nicht verhüten, dass trotzdem der Gedanke an seine dereinstige überragende Stellung in den Träumen des Jünglings greifbare Formen annahm. Dieser liebte aber seine Brüder so innig und war von ihrer Liebe so fest überzeugt, dass er sich nicht scheute, jene Träume, über die er sich selbst wunderte, und die er selbst für töricht hielt, den Brüdern zu erzählen. Es war das wohl unüberlegt und unvorsichtig, aber es geschah gewiss ohne jede kränkende Absicht. Er ahnte nicht ihre feindselige Gesinnung, und unfreundliche Worte hatte er niemals von ihnen vernommen. Die Worte ולא יכלו דברו לשלום können nur bedeuten: ״Sie mochten seine freundliche Unterhaltung nicht,“ wie Jes. 1,13 לא אוכל און ״ ועצרהich mag nicht Unrecht und Festesfeier״ und Ps. 101,5 ״ אותו לא אוכלihn mag ich nicht.״ Nirgends findet sieb דבר in der Thorah und andern prosaischen Schriften mit dem Accus, der Person1). Wie gesagt, Joseph hatte ursprünglich keine Ahnung, dass die Brüder ihn hassten. Nachdem er es zu seinem Schmerze und Schrecken erfahren, kam es ihm auch zum Bewusstsein, dass er nicht ohne Schuld sei. Und diese Erkenntnis trug sicherlich dazu bei, dass sich sein Groll gegen die Brüder allmählich legte. Wir aber werden seine Verfehlungen entschuldigen, denn er erfüllte die Wünsche seines Vaters. Dagegen werden wir diesen, wenn er sich auch von edlen Beweggründen leiten liess, nicht von aller Schuld freisprechen. Das Thorahgesetz 5 M. 21,15—17 dürfen wir als eine direkte Verurteilung seiner Handlungsweise ansehen, vgl. auch babl. Sabb. 10, b; Mahn. H# Nachl. 6,13; Ch. M. 282. Allein auch er stand im Dienste 1) Aehnlich erklärt Abraham Maimuni (3. des3en Leben und Schriften von Dr. Eppenstein S. 71) unsern Vers: ״Sie konnten seine Begrüssung nicht ertragen und erwiderten sie nicht. Auch Sal. Astruc bringt in seinem מדרשי התורה die Erklärung: לא יבלו לסבול שידבר יוסף עמהס אף לטוב להם ולשלומם.