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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 561

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 561 (sequence 65)
Language
German
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Zum Wo chenab schnitt וישב. 561 Bundeszeichen Dach dem Wortlaut der Schrift keinen anderen Zweck, als den Träger desselben beständig an die Pflicht zu mahnen: ״Wandte vor mir, auf dass du vollkommen werdest;״ durch das Wandeln Y0r Gott d. h. durch das immerwährende Erfüllt״ und Durchdrungensein von dem Gottesgedanken sollst du zu sittlicher Vollendung gelangen! Doch nicht nur in sittlicher Hinsicht war er für die Würde ungeeignet; er scheint auch kein Mann von grosser Klugheit und Verstandesschärfe gewesen zu sein. Sein sonderbares Anerbieten 42.37: את שד בד תמית zeugt nicht von hervorragender Intelligenz. Jakob reagiert nicht darauf. Was sollte er dazu sagen? Höchstens, was der Midrasch (B. r. z. St.) bemerkt: Du bist ein Tor; sind denn deine Kinder nicht meine Kinder? Unklug war auch sein ganzes Benehmen und Eintreten für den ahnungslos herannahenden Bruder. Da er ihn im Gefühle seiner Verantworllicbkeit als Aeltester retten und zurückführen wollte, so hätte er das offen und furchtlos erklären und, wenn nötig, sein eignes Leben für den Bedrängten hingeben müssen. Hingegen sah der Patriarch in Joseph, den Erstgeborenen seiner Lieblingsfrau, um die er so lange gearbeitet, s© viel gelitten hatte, sein vollkommenes Ebenbild, den nach jeder Richtung hin würdigen Erben seiner gottgefälligen Bestrebungen unter seiner Obhut heranreifen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass der Grund zu seiner nachmaligen Grösse und Tüchtigkeit schon im Elternhause gelegt wurde. Dass er sich sofort in jeder Schicksalslage zurechtfand, dass sein Gottvertrauen auch in der schimpflichen Sklaverei und im unverschuldeten Elend unerschütterlich blieb, dass seine Gottesfurcht sich selbst in der Stunde der Versuchung widerstaudskräftig erwies, dass er ebenso in verachteter wie in glanzvoller Stellung sich durch seine Pflichttreue, Gewissenhaftigkeit und Arbeitsfreudigkeit auszeichnete, war gewiss eine Folge der gediegenen zielbewussten väterlichen Erziehung. Und wenn Jakob zu ihm von seinem zukünftigen Berufe und den Pflichten desselben sprach, so hat er ihm sicherlich vor allem dabei eingeprägt, dass er seinen Brüdern stets eia guter Hirt sein möge, und die Liebe zu

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