Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 525

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 525 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292996-2293003--04582-2297864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der neueste Ansturm usw. 521 ״zweiter Dekalog* vorliege. Und widersprechen sich 34,1 und 28 in bezug auf die Frage, wer die beiden neuen Tafeln beschrieben habe? Nein, Delitzsch hat nur noch nicht V. 28 b verstanden. Dessen Sinn ist aber dieser: In V. 1 ist ausdrücklich angekündigt, dass der Ewige selbst auf die beiden neuen Tafeln ebendieselben Worte schreiben werde, die auf den ersten Tafeln standen, und# nach V. 27 soll Mose die in V. 10—28 enthüllten Worte niederschreiben. Deshalb meint V. 28b: ״Und er (Mose) schrieb die Worte des Bundes*, wie ihm unmittelbar vorher in V. 27 befohlen worden war, ״und er (der Ewige) schrieb auf die Tafeln die zehn Worte*, wie in V. 1 angekündigt war.*) Also hat erst Delitzsch einen ״unerhörten Widerspruch* in die Berichte hineingebracht. Doch die Hauptsachen sollen erst noch kommen. An seine zu den Geschichtsquellen mitgebrachte, aus seiner darwinistisch-materialistischen Geschichtsauffassung hervorfliessende Voraussetzung, dass am Sinai Dicht eine göttlich-prophetische Enthüllung geschehen sein könne, knüpft Delitzsch nun diese erste Folgerung an, dass ״Jaho von dem ״Propheten“ Mose zum Nationalgott Israels ernannt“ worden sei, und dass ״Jabo sich als solchen gleich nach dem Auszuge aus Aegypten habe vorstellen müssen.u Aber wie sehr diese Behauptung dem geschichtlichen Bewusstsein Israels, dessen gute Grundlagen ja z. B. in der von Delitzsch übersehenen Unterscheidung einer vor mosaischen Periode zutage treten, ins Gesicht schlägt, liegt auf der flachen Hand, und überdies sagt gerade von der Partie im 2. Buch Mose, in der die dem Mose sich enthüllende Gottheit spricht: ״Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs usw.“ (3, 6), ein neuerer Darsteller der Geschichte Israels, der im übrigen auf der aussersten Linken steht: ״Alle diese Ueberlieferungen können nicht aus der Luft gegriffen sein.“1 2) 1j Noch Genaueres gibt mein Kommentar zum Deuteronomium (1917). S. 95. 2) Charles Piepenbring, Histoire du peuple d’Israel, p. 26.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.