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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 524 (sequence 28)
Language
German
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524 Der neueste Ansturm usw ihrer Einfachheit, wie überhaupt die Religion der Patriarchen gegenüber ihrer späteren Entfaltungsstufe. Man denke nur z. B. an die so geringe Summe der Bundesforderimgen zu Abrahams Zeit und deren grosse Menge zu Moses Zeit! Also auch diese doppelte Verschiedenheit, die dem geistigen Charakter der Patriarchenzeit anhaftet und beweist, dass deren Bild nicht eine angebliche ״Rückstrahlung״ aus dem 9. oder 8. Jahrhundert ist, ist von Delitzsch völlig ignoriert worden. Und wie verkehrt ist es, die Verheissungen aus dem Nationalbewusstsein abzuleiten! Die legitime Religion Israels war ja überhaupt nicht die Frucht seiner nationalen Denkungsart. Indem Delitzsch das umgedreht lautende moderne Dogma ausschlachtet, hat er nur gleich seinen Vorgängern die Tatsache übersehen, dass kleinere oder grössere Teile Israels oft von der legitimen Religion wegstrebten. Das erklärt sich nur so, dass die prophetische Religion Ideen und Ideale verkündete, die nicht mit den volkstümlichen Bestrebungen zusammenstimmten. Folglich beruht die Leugnung des geschichtlichen und religiös-sittlichen Rechtes der Einwanderung Israels in Kanaan auf einer Verschüttung der Geschichtsquellen. 2. Die Gottesenthüllung am Sinai. — Bei der Bestürmung dieses seines zweiten Angriffspunktes operiert Delitzsch zunächst mit dem ״unerhörten Widerspruch, was auf dem Duplikat der Tafeln gestanden, und wer (Jaho oder Moses) sie beschrieben hat.״ Aber besteht denn auch wirklich ein solcher Widerspruch zwischen 2. Mos. 20 und 34? Delitzsch freilich sagt (S. G6): Als Mose statt der von ihm aus Unwillen über Israels Verirrung zum Stierkultus zerschmetterten ersten Tafeln zwei neue gefertigt hatte, ״offenbarte sich Gott dem Mose von neuem und gab ihm (Exod. 34, 10—26) zehn Gebote mit dem Befehl, dieselben niederzuschreiben.“ Aber dass der Ewige in 34, 10—26 ״zehn״ Gebote gegeben habe, steht nicht da, und der Text enthält auch mindestens zwölf Gruppen von Forderungen. Es ist nur eine von Goethe aufgebrachte und von Wellhausen sowie von einigen seiner Anhänger (z. B. Delitzsch) 1achge8prochen# Annahme, dass in 34, 10—26 eia

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