Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 519 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der neueste Ansturm usw. 519 bekannten Assyriologen 1j ausser Delitzsch, dass der erste Teil jener Keilschriftgruppen eine Zeitwortsform ist, und dass ״J . .e keine babylonische Gottheit“ war. Folglich hat Delitzsch auch seine Anschauung vom babylonischen Ursprung des vierbuchstäbigen Gottesnamens zu ändern. Mit welchem Unrecht er in seiner jetzigen ״Kampfschrift“ dem Tetragramm die Aussprache Jaho beilegt und ihn ״einen der vielen von den verschiedenen amoritischen Völkerschaften verehrten Götter nennt, der auch den in Babylonien eingewanderten Amoritem bekannt war“, dies ist in meiner Gegenschrift aus den Tatsachen erwiesen worden. Ebenso sind dort alle die neuen Behauptungen Delitzschs geprüft worden, nach denen die babylonische Gesetzgebung in bezug auf die gesellschaftliche Stellung der Frau, Monogamie und Ehescheidung ״turmhoch“ über der mosaischen stehen soll, und dabei konnte gezeigt werden, dass seine Aufstellung an den babylonischen Turm erinnert, der ohne Spitze bleiben musste. Demnach hat sich auch sein zweiter Ausgangspunkt, seine Voraussetzung von der Quellenstellung der babylonischen Kultur gegenüber der israelitischen, als ein verhängnisvoller Anlass zur Verkennung der kulturgeschichtlichen Stellung Israels erwiesen. 3. Ein drittes Ferment in dem Gärungsprozess, dessen schäumender Gischt in Delitzschs Buch ״Die grosse Täuschung“ zutage getreten ist, war unstreitig sein Antisemitismus, und zwar sein Rassen -Antisemitismus. Dies zeigt sich in vielfacher Weise durch sein Buch hindurch. Oder besitzt er für irgendwelche kulturgeschichtliche Leistung des Volkes Israel Worte der Anerkennung? Kein, vielmehr verfolgt er mit der Neigung, das geschichtliche Verhalten dieses Volkes herabzudrüeken und mit Sch mäh Worten zu überhäufen, das Volk Israel durch alle Jahrhunderte hindurch. Denn, handelt es sich zuerst um die einstigen Kriege Israels gegen die Kanaaniter, so sind dessen Waben ״Mord- נ) Ihre Worte kann man in meiner ״Geschichte der alttestamentliehen Religion“ (1910), S. 214 lesen.