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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 518

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 518 (sequence 22)
Language
German
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518 Der neueste Aesturm usw. war“. Mit dieser Behauptung vergleiche man nun den folgenden Tatbestand! Schon auf dem Gebiete der profanen Kultur hat Kanaan erstens eine besondere Sprache besessen, wie die kanaanitischen Glossen in den Amarna-Briefen zeigen, z. B. anaji [— אבי] hinter dem babylonischen elippu ״Schifft. Zweitens ist die Schrift der Kanaaniter-Phönizier von der Schriftart der Babylonier, die noch keine Buchstabenschrift hatten, durchaus verschieden. Drittens geht die Schreibrichtung bei den Phöniziern von rechts nach links, während die Babylonier von links nach rechts schreiben. Viertens besassen die Kanaaniter- Phönizier Monatsnamen, die uns zwar bei den Hebräern der älteren Zeit (1. Kön. 6, 1. 37 f.; 8,2), aber nicht bei den Babyloniern begegnen. Sodann, was das religiöse Gebiet der Kultur anlangt, so ist in der kanaanitischen Stadt Mutesallim ״kein einziges Gottesbild aus dem babylonisch-assyrischen Pantheon, wohl aber unzweifelhaft solche ägyptischen Ursprungs gefunden worden“. Auch war der kanaanitisch ־ phönizische Mythus von Adon mit dem Mythus des babylonischen Tammüs nur ähnlich, aber nicht identisch (v. Baudissin, Adonis 1911, S. 133) usw. Alles dieses ist al s 0 bei der Aufstellung jenes Satzes von Kanaan als einer ״vollständigen Domäne babylonischer Kultur“ übersehen worden. Darf also der Kern von Delitzschs Anschauung unverändert bleiben? Er bleibt es nur für den, der die Kritik der Mitforscher ignorieren zu dürfen meint. Das aber ist kein wissenschaftliches Verfahren. Zum Kern der Anschauungen Delitzschs über Babyloniens Stellung zur israelitischen Geistesgeschichte gehört insbesondere seine soviel Aufsehen erregende Behauptung, dass in der Keilschriftliteratur der Gottesname J.. e gefunden worden sei (Babel und Bibel I, S. 47). Aber von den Keilschriftgruppen, die von Delitzschs mit ״ J . .. e ist Gott“׳ übersetzt werden, besitzt die erste nach seiner eigenen Assyrischen Grammatik (S. 26) die Lautwerte pi, me usw. Deshalb schlug ich sofort 1902 (Bibel und Babel, 10. Aufl., S. 51) die Lesung Jahmi-ilu und die Ueber- Setzung ״Es schütze mich Gott“ vor. Dies ist dann von vielen anderen weiter unterstützt worden, und jetzt urteilen alle mir

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