Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 511

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 511 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2292996-2293003--04568-2297850
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nachwort des Herausgebers. 511 g־ängliche Verdienste erworben, in der Revue Scmitique (1907 S. 113) schreibt: ״Depuis Ra§i, le judaisme rabbinique n’ a pas produit une oeuvre si profonde sur le Levitique se tenant en möme temps au niveau de toute3 les exigences de Y exegese, »dass der Rabbinismus seitRaschi kein so gründliches Werk über den Leviticus hervorgebracht, das zugleich allen Ansprüchen der Exegese gerecht wird“. Aber auch so urteilsfähige Männer, die man der alten Schule der Rabbiner mehr zurechnen kann, wie der נתינת לגר, der Chief-Rabbi von England Nathan Adler, äussert sich in anerkennender Weise über Hoffmanns diesbezügliche Wirksamkeit. Mir liegt ein Brief von ihm an להבת״ל Hoffmann vom 8. November 1874 vor, in dem es heisst: »Ich habe Ihre Abhandlungen mit Aufmerksamkeit gelesen und gefunden, dass sie im Sinne und Geiste des orthodoxen Judentums verfasst sind. . . . Ich kann hier nur wiederholen, was ich Ihnen mündlich geäussert1), dass in unserer Zeit, wo der jüdischen studierenden Jugend der Zutritt zu den skeptischen und negierenden Schriften nicht verschlossen werden kann, wo die Warnung vor dem Lesen derselben eine entgegengesetzte Wirkung hervorbringt, die wissenschaftliche Begründung der schriftiichen und mündlichen Lehren höchst notwendig erscheint, sie mag den Gläubigen überflüssig oder gar schädlich dünken; ist’s aber nicht der unreiferen Jugend. Eine solche Zeit ist keine עת כנס sondern פזר; fahren Sie daher fort, Ihr reiches Wissen und schriftstellerisches Talent dem orthodoxen Judentum zu widmen ומשכרתך תהי שלמד. מאח ה׳ אד ישראל . . Und zwischen S. R. Hirsch und Hoffmann להבח״ל entwickelte sich bei Hirsch’s Anwesenheit in Berlin im Hause von Dr, Sternheim folgendes Gespräch. Hoffmann hatte ihm mehrere ״Chiduschim“ aus seinen Vorlesungen zu Leviticus vor״ getragen. Darauf Hirsch: ״Berücksichtigen Sie auch in Ihren Vorleaungen die modernen Forschungen?“ Darauf Hoffmann: ״Soweit es in meinen schwachen Kräften steht. Gute Dienste leisten mir hier die in Ihrem Jeschurun erschienenen Abhandlungen von Dr. Gugenheimer“. Darauf Hirsch: Das ist auch sehr notwendig. Die künftigen Rabbiner müssen darüber unterrichtet sein. Doch das alles ist ran* ein Beispiel zur Illustration. Es gilt sinngemäss von jeder Auseinandersetzung zwischen Thora und Wissenschaft. Die Angriffe, die gegen die Wirksamkeit auf diesem Gebiet erhoben werden, sind aber noch aus anderen Gründen bedenklich. Wir haben schon oben darauf hingeväesen, wie verworren die religiösen Strömungen im Ostjudentum sind, welche Gefahren vor allem der Jugend drohen. Man kann nicht gut mehr von Gefahren sprechen. Sie scheint rettungslos verloren. Es sind aber immerhin Versuche gemacht x) Der Schreiber hatte bei seiner Anwesenheit in Berlin mehreren Vorlesungen Hoffmanns beigewohnt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.