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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 509

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 509 (sequence 13)
Language
German
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PBMPtfaPBBaMMSMBMBWUWB—BKgCPBM Nachwort des Herausgebers. BHBBI ©G$ Grossstädten Mittel- und Westeuropas, die bedeutsame Einordnung des heiligen Landes in den Wirkungsbereich des Gesamtjudentums, das alles wird Wandlungen zeitigen, die wir noch gar nicht Übersehen, und für die wir im Einzelnen gar nicht Vorsorge treffen können. In der prinzipiellen Stellungnahme aber wird und kann sich nichts ändern. Denn ein jüdisches Leben führen mitten in einer fremden Kultur, ohne sich mit dieser in irgend einer Form auseinanderzusetzen, das ist nichts anderes als die Quadratur des Kreises. Ueberfiüssig zu bemerken, dass es nicht auf das Aeussere ankommt, auf das Wohnen in den Kultur Zentren sondern auf das Verflocht ensein mit den Errungenschaften der Kultur, und dass diese Auseinandersetzung sich in Palästina nicht viel anders als im Galuth gestalten wird. Denn wohl kann Palästina als Zentrum zu einer Erleichterung in der Erfüllung der Gottesgebote führen — wenn dein Tlioragesetz dort die ihm gebührende Herrschaft eingeräumt wird, — wohl kann die hebräische Sprache als Landesspräche der jüdischen Kultur eine besondere Färbung geben, in den grossen Fragen der religiöse 21 Kultur, in der Stellung* von Thora und Wissenschaft wird es abhängig bleiben von der Gesamtkultur. Das andere ist?ein Traum Achad Eaams und in der Form, wie er ihn deutet von unseren Standpunkt nicht einmal ein schöner. Es ist nicht überflüssig, was wir ausgeführt, — heutzutage hervorzuheben. Die polnische Hegemonie die in der vormendelssohnschen Zeit das deutsche Judentum beherrschte und ihm seine grossen Rabbinen gab, hat sich in unseren Tagen erneuert. Der Einfluss des Ostjudentums hat eine Renaissance des Thorastudiums in Deutschland erstehen lassen oder doch mindestens den Willen zu einer solchen Renaissance. Es ist rührend zu sehen, mit weichem Eifer die Jugend das ״Lernen“ in den Mittelpunkt rückt. Aber bevor noch die Reden zu Taten werden, droht der Pendel nach der anderen Seite auszuschlagen und die Kräfte sich in erster Reihe in Betonung der Wissensfeindlichkeit auszuwirken. Auch hier kann nur ein Beispiel zur Illustrierung der ganzen Bewegung• beigebracht werden. Eine jede Zeit hat ihre Probleme. Die Probleme, die in dem Zusammentreffen von Thora und Wissenschaft entstehen, sind im allgemeinen immer die gleichen. Aber die Wissenschaft stellt durch ihre Richtung, die sie in bestimmten Zeiten einnimmt, durch die Methoden, die sie bevorzugt, gewisse Probleme in den Vordergrund. Seit änderthalb Jahrhunderten herrscht die historisch-philologische Methode in den Geisteswissenschaften. Die natürliche Folge war, dass auch die Quellen der positiven Religionen und damit auch die der jüdischen zum Gegenstand dieser Methoden gemacht wurden, das Aufkommen einer jetzt weit ausgedehnten und durch eine Anzahl von Gelehrten vertretenen neuen wissenschaftlichen Disziplin, der Religionsge schichte,

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