Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 508 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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SOS Nachwort des Herausgebers. dafür dass der Stoff, an dem sie gearbeitet, das Ideal nicht restlos zur Verwirklichung brachte, dass die Natur der Menscheh und die Verhältnisse sich hindernd in den Weg stellten. Um nur einen Zug zur Illustration zu bringen, es Hessen sich viele aufweisen: Wenn Hirsch da» זה א, ואנוהו in den Vordergrund stellt im weitesten Sinne, in der Erfüllung der einzelnen Mizwoth und in der harmonischen Bildung der Persönlichkeit, so hat er nicht an die Typen gedacht, die, wenn sie in einer schönen Synagoge beten, für alle rituellen Bedürfnisse die vollkommensten Institutionen besitzen, an den Festtagen sich in einen Frack kleiden, nun dem Judentum Genüge getan zu haben glauben und es an Innerlichkeit und התלהבות fehlen lassen, ja sogar dort, wo die Leidenschaft spricht, ihre eigenen Wege gehen. Oder an die, die all ihre freie Zeit für die Beschäftigung mit den Modebewegungen hingeben, die Romane der Saison aufs genaueste kennen und für das ״Lernen״ im besten Falle sich einmal ein Stündchen Vorbehalten ut aliquid fieri Tideatur d. h. ״von יוצא wegen״. Und wie man Hirsch nicht die Schuld für das zweifellos in Deutschland herrschende ״Amhaarazus“ aufbürden wird, ebensowenig Hildesheimer und seinem bedeutendsten Lebenswerk, dem Rabbinerseminar. Wie er, so waren seine Mitarbeiter und Schüler, »oweit sie dem Ideal treu geblieben — Abtrünnige hat es überall, wo sich viele Schüler zusammenfanden, gegeben, man vergleiche einmal den Prozentsatz bei den Jüngern der Jeschiwoth. er wird ein viel, viel ungünstigeres Resultat aufweisen — sie alle ־waren von dem Wunsche erfüllt, להגדיל תורה ולהאדירה, sie hätten sich wohl kaum dem Rabbinerberuf gewidmet, denn nicht wahr, die Stellung des thoratreuen Rabbiners in Deutschland ist wohl materiell besonders erstrebenswert? Aber um auch hier nur ein Moment herauszuheben: wir haben in Deutschland eine ganze Zahl von tüchtigen Männern, die als sie ins Amt traten, die Fähigkeit und die Kenntnisse besassen, grosse ״Lamdonim״ zu werden. Die ungeheuerliche Inanspruchnahme gerade der Fähigsten, durch die Forderungen des Tages, die Arbeit für den Klal lässt ihnen zur Fortbildung so wenig Müsse, dass ihnen das Ziel, das sie am liebsten erstrebt hätten, in weite Ferne rückt. Will man ihre Arbeit gestrichen »ehen? Wäre das deutsche thoratreue Judentum im Stande gewesen, seinen wahrlich nicht kleinen Anteil an der Rettung des Judentums gerade in den Stürmen dieser Zeit beizutragen ohne die Arbeit dieser Männer? Nicht als ob nun ein für alle Mal feststände, dass überall, auch nur in den Brennpunkten der Kultur die ganz gleichen Wege zu heschreiten wären. Der ehrt sie nicht, der allzu epigonenhaft auf die Worte der Meister schwört. Der Zusammenbruch der modernen Kultur, die Zertrümmerung der Staaten, die Zentralpunkt des jüdischen Lebens waren, der starke Einschlag thoratreuer ostjüdischer Elemente in den