Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 504 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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504 Thora und Wissenschaft. ,liegt das vollständige Heil verwahrt, weil es alle Gedanken und Gefühle, alle Reize und Genüsse, alle Bewegungen und Handlungen an den Einen Gottesgedanken knüpft, von dem allein sie die Richtung und Regelung zu empfangen haben. Einem solchen Leben im Gesetze muss aber eine entsprechende Lehre und Denkweise zur Seite stehen. Nur ein gottgeoffenbartes Gesetz kann auf ewige, unverbrüchliche Geltung Anspruch machen, auf ewigen Bestand rechnen. Wenn nun in den Zelten Scherns die menschliche Wissenschaft sich anmasst, di© Gottesoffenbarung der Lehre Scherns zu verneineu, so heisst das nichts anderes, als Scherns Gotteslehre und Scherns Gottesgesetz aus seinem ureigenen Hause verdrängen, was wir entschieden zurückweisen müssen. Ist aber mit dieser einfachen Zurückweisung jeder Zweifel gebannt? Ist nicht vielmehr gegen Aufstellungen der Wissenschaft eine gründliche Widerlegung erforderlich? Allerdings der Pflicht der Widerlegung wollen wir keineswegs enthoben sein. Allein der rechte Glaube darf nicht erst nach dieser Widerlegung seinen skeptischen Standpunkt verlassen. Mit andern Worten: Der von Scherns Nachkommen der Welt verkündete Gtt muss der Eigner und unumschränkte Herr und Gebieter in den Zelten Scherns sein, die nach dem Midrasch die Synagogen und Lehrhäuser Israels bedeuten. In diesem Geiste hat R. Esriel Hildesheimer זצ״ל unser Rabbiner-Seminar begründet, und dieser Geist soll uns auch in diesem neuen Jahre und in der Folgezeit begleiten, damit sich an uns erfülle der Spruch: אמן! בא, נעי*ד! חיל.