Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 499 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Thora und Wissenschaft. 499 Ton jeher kultivierte Zweige der jüdischen Wissenschaft, wie die Exegese und Geschichte unter ganz neuen Gesichtspunkten und mit Benutzung ungeahnter neuer Fundgruben zu betreiben. Wir werden diese Disziplinen in den Kreis unserer Lehrobjekte ziehen, sie mit Liebe pflegen und mit vollem wissenschaftlichem Ernste behandeln״. — Soweit die Worte des Rabbiners Dr. Israel Hildesheimer זצ״ל. Wir haben dem nicht viel hinzuzufügen. Nur das möchten wir hervorheben, dass die hier ausgesprochene Ansicht entschieden Protest eingelegt gegen diejenige Richtung, die, wenn sie auch die Beschäftigung mit der Wissenschaft den Rabbinern der Jetztzeit empfiehlt, dies bloss als ein notwendiges Uebel betrachtet, weil es, wie irrtümlich vorausgesetzt wird, dem Thorastudium hemmend und störend in den Weg treten soll. In Wahrheit ist dies nicht der Fall. Durch ernste, zu Ehren Gottes (לשם שמים) betriebene wissenschaftliche Forschung ^kann das Thorastudium nur Förderung und Bereicherung erhalten. Alle Begriffe werden mit wissenschaftlicher Klarheit erfasst, vieles Dunkle wird durch die Forschung aufgebellt und unzählige Irrtümer werden beseitigt. Die geoffenbarte Wahrheit kann mit den vom Menschengeiste erforschten Wahrheiten, so sie in Wirklichkeit feststehende Wahrheiten und nicht blosse Ahnungen und Vermutungen sind, nicht im Widerspruch stehen; vielmehr wird erster© von letzterer nur gestützt und zur vollen Klarheit und reifem Verständnis gebracht. יפיותו של יפת ייהא באדלי שם. Die Schönheit des Jepheth soll auch in den Zelten Schem’s ihren Platz finden. Das wird von unseren Weisen in mannigfachen Anordnungen zur Geltung gebracht. זד. אלי דאנוהו. התנאד, לפניו במציית. Alle Vorschriften unseres Gesetzes sollen wir auf eine ansprechende, schöne Weise ausühen; überall tritt uns die Mahnung entgegen, dem Schönheitssinn und dem Schicklichkeitsgefühl Rechnung zu tragen. Wenn das Wort Gottes verkündet wird, so sei es in eine schöne Form gekleidet, auf dass sich ihm Herz und Gemüt öffne, und wenn unsere Lob- und Danklieder dem Vater im Himmel ertönen, so erldinge harmonisch der Gesang, auf dass wir Gott verehren nicht nur mit unserem Hab und