Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 498 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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498 Thora und Wissenschaft. dass unsere Weisen mit dieser Meinungsäusserung der gesamten Kultur und Wissenschaft, insoweit sie zur Veredlung der Menschheit beiträgt, den Eintritt in Scherns Zelte, das sind die israelitischen Lehrhäuser, ohne Weiteres gestattet, wie dies ja die grossen Männer in Israel zu allen Zeiten durch die Tat bewiesen haben. Die jüdische Gesetzeslehre und der jüdische Gottesglaube erwünschen und erwarten nicht die Verdummung sondern die Erleuchtung und Aufklärung ihrer treuen Bekenner und Betätiger. Nur der erleuchtete Geist ist empfänglich für die Weisheit der jüdischen Lehre; nur das veredelte Gemüt findet Wohlgefallen* an der Reinheit und Lauterkeit des jüdischen Sittengesetzes; nur der durch Wissenschaft vervollkommnet^ Verstand findet seine Befriedigung in der Erhabenheit des jüdischen Glaubens an den einig-einzigen Schöpfer des ganzen Universums, an den allmächtigen Leiter der Geschicke der Völker und an den allgütigen Ernährer und Erhalter aller seiner geschaffenen Wesen. Das Judentum begrüsst mit freudigem Jauchzen jeden Sieg und jede Errungenschaft der wahren Wissenschaft, weil es darin den Triumph der Wahrheit über die Lüge, der Klarheit über den Wahn und über die Verirrung, die Ueberwindung aller jener finstern Mächte erblickt, welche stets das Judentum verfolgt und geknechtet haben. Dieser Grundsatz ist sofort bei der Begründung unseres Lehrhauses mit Flammenschrift an dessen Pforten airfgezeichnet worden durch folgende bei der Eröffnung vom verewigten Rector ausgesprochene Worte: „Wir sind stolz auf die „Heiligung des göttlichen Namens“, (die dadurch erfolgte, dass der jüdische Stamm auf allen Wissensgebieten ein Contingent gestellt, welches sein Zahl-Verhältnis weit überschreitet). Diesen nationalen Ruhm zu erhalten und an ihm unsererseits teilzunehmen, halten wir für unerlässlich, und wir umfassen die Gebiete der Wissenschaft mit gleicher Liebe wie die übrigen, da sie alle zur Verherrlichung des göttlichen Namens beitragen. Es hat sich seit dem letzten Jahrhundert teils eine ganz neue jüdische Wissenschaft Bahn gebrochen, teils das Bedürfnis unabweislich gemacht, manche schon