Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 493 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Büch erb e spre chiin gen. 493 der Heilige etc. statt: in der grossen .... Ausserordentlich erschwert wird die Lektüre auch durch sklavische Nachahmung des Originals, zumal die Interpunktion in der Üebersetzung unvollkommen ist. So heisst es S. 10: R. Llasar erklärte den Vers (Sech. 4, Lu: Wer schätzt gering den Tag der Armut, was kann selbst bei Frommen verursachen, dass ihr Lohn im Jenseits verringert wird, ihr Mangel an Vertrauen. Wäre statt dessen geschrieben: Wer schätzt geling den Tag der Armut, d. h. Was kann selbst Frommen den Lohn im Jenseiis verkürzen? Antwort: ihr Mangel an Vertrauen — so wäre dem Leser sehr gedient. Aehnliche Stellen S. 12, S. 57. — Aber davon abgesehen, müssen wir die Arbeit Bambergers anerkennen, die auf Stärkung der אמינה abzielt. Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Verleger Herrn Kramer. Wer weiss, wie wenig lukrativ ein solches literarisches Unternehmen im Vergleich mit zeitgemäßen Schriften, mit politischer Polemik und agitatorischer Beredsamkeit ist, der wird den Verleger um dieser Tat willen ehren müssen. Ihm hat seine grosse Liebe zu den ethischen Schriften, in denen er zu Hause ist, und sein Wunsch, sie zu verbreiten, den hiut gegeben, מנורת המאור in schönem Gewand zu außerordentlich niedrigem Prei3 herauszugeben. Es ist nicht seine erste Tat: auch ein Teil des הרבות הלבבות ist, von Bamherger herausgegeben, bei ihm erschienen. Wir begrüssen die Üebersetzung als Bereicherung unseres Schrifttums. 0. W. Die Piuiini für Rösch Haschana übersetzt und erläutert von Dr. Joseph Breuer. Sänger u. Friedberg, Frankfurt a. M. Vlll u. 230 Seiten. Es ist merkwürdig, dass nicht schon lange eine wortgetreue Üebersetzung der Piutim mit begleitendem deutschen Text erschienen ist Die ausgezeichneten hebräischen Kommentare, darunter als der anerkannteste der von Heidenkeim, sind ja leider dem allergrössten Teil unseren gesetzestreuen Juden, weil sie nicht sprachkundig genug sind, unzugänglich, und die deutschen Uebersetzungen, selbst die unübertroffene von Sachs, sind wiederum nur Paraphrasen oder vielmehr Auszüge, geben dem Leser also nicht die Möglichkeit, sich über schwierige Stellen Auskunft zu holen. Demgemäss kommt das vorliegende Werk einem Bedürfnis entgegen. Gleich von vornherein sei bemerkt, dass Vf. die Aufgabe, die er sich gestellt, gelöst. Er gibt eine durchaus wortgetreue Üebersetzung und setzt so den Leser in den Stand, für jedes schwierige Wort und jede schwierige Satz- Verbindung sich Rats zu holen. Die Angabe der Stämme für die seltenen Worte in Anmerkungen bietet ebenfalls dem Durchschnittsleser, der ein gewisses jüdisches Wissen mitbringt, ein gutes Hilfsmittel. Endlieh ergänzt der Kommentar in glücklicher Weise die üebersetzung, indem er einerseits die Unklarheiten, die bei der wörtlichen Üebersetzung gerade der eigenartigen