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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 492

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 492 (sequence 76)
Language
German
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492 B ü c h erb e s > re chiin z en. R. Isaak Aboab, למנורת המאור Ler lichtspendende Leuchter. Bearbeitet und ins Deutsche übertragen von Rabb. Dr. S« Bamberger, Hambürg; Verlag von George Kramer. 5580 {1920} Hamburg. Das vorstehend genannte Werk gehört zu den ältesten כפרי מופר unserer Literatur und ist umso wertvoller, als es nicht anspruchsvoll die ethischen und religiösen Verpflichtungen in eigenmächtiger Weise in irgend ein System zwingen will, in das sie doch nicht passen, sondern ganz schlicht aber in einer umfassenden Vollkommenheit alles aus unserem talmudischen und midraschischen Scfcriittum sammelt, was geeignet ist, dem Jnden den Weg zur Voll;ommenheit und zum Aufbau der Persönlichkeit auf Grundlage jüdischer Pflichten zu weisen. Das wird vor allem dadurch erreicht, dass die Anschauungen über das zu meidende Unrecht — der Inhalt der ersten beiden Lichter — und über jüdische Pflichten (.מילד, Erziehung. Feste, Thorastuduim, Gottesliebe und -furcht, תיעובה, Frieden und Demut), die in den 5 folgenden Lichtern ahgehandelt werden, an Hand der Aussprüche unserer Weisen vorgetragen werden. Durch die3e kommt in diesem Werk, das alle verstreuten Lehrsätze sammelt, konzentriert die Gesinnung und der Adel zum Ausdruck, der unserer Gesetzesreligion innewohnt; denn überall wird Sinn und Wert aufgeäeckfc. ■— ln unseren Reihen macht sich schon seit Jahrzehnten das Bestreben geltend, den reichen Segen, der in der Mussariiteratur unseres Volkes verborgen liegt, auch unseren Zeitgenossen zu spenden, die auch, wenn sie im Handeln das Gesetz erfüllen, .doch vom Geist der Gebote oft keinen Hauch verspürt haben; denn nur in der Verinnerlichung, die unsere בעל' מוסר erreicht haben, liegt eine Gewähr für Dauer der Treue zum Gesetz, und täuschen wir uns nicht, erhält auch des Einzelnen Frömmigkeit, der gewillt ist, dem Gesetz gemäss zu leben, ja erst Weihe durch die Auffassung, die aus einem Werk wie מנורת המ?*ור hervorleuchtet. So ist es mit Freuden zu begrüssen, dass nach der Übertragung eines Buches wie des מסילת ישרים durch Wohlgemuth u, a. m. nun auch dieses Buch desR. Isaak Aboab einen Uebersetzer gefunden hat. Freilich bemerkt man bei der Lektüre, wieviel angenehmer die hebräische Lektüre wäre. Gerade weil der Uebersetzer sich bemüht hat, möglichst wenig vom Original abzuweichen, kommt es zu vielen Härten, die daher rühren, dass der deutschen Sprache mancherlei fremd und unorganisch ist, was der hebräischen eignet. Aber wir sind nicht solche Fanatiker des Hebräischen, dass wir die Notwendigkeit einer Uebertragung übersähen. Vorläufig können wir noch nicht darauf verzichten, in das ״geliebte Deutsch“ alles zu übersetzen, was von bedeutendem Wert ist und zu unseren jungen — und auch den alten — Menschen sprechen soll. — Doch könnte an mancher Stelle des Werkes ein ausgeglichenerer Stil und eine beschwingtere Diktion die Lektüre zu grösserem Genuss gestalten. Einige Härten wären leicht za vermeiden. S. 58 heisst es: in seiner grossen Gnade, mit welcher

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