Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 491 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungen. 491 Zur Schilderung der Kämpfe meines Rabbi während seines Wirkens in Ungarn gegen die bndangsfeindliche Orthodoxie, gegen die Reform und gegen den Chassidismus möchte ich hier noch das Eine hinzufügen, dass in den sechziger Jahren eine Zeit lang der Chassidismus wieder Annäherung an Hildesheimer suchte, als er zur Einsicht kam, dass f-s im Interesse des gesetzestreuen Judentums liege, einem so tapiern Vorkämpfer freundlich entgegenzukoxnmen und ihn nicht zu bekämpfen. Es war dieses eine ziemliche Selbstverleugnung* vonseiten jener Partei, deren Führer seiner Zeit den Grundsatz aufgestellt hatte: אס*ד לקי,יא א־יו כפרים שקוי־ין ביכער. Als jetzt die Chassidim dem Rebbe freundschaftlich begegneten, konnte man unter seinen Freunden in witziger Anwendung den Satz hören: תהלתו בקד. ר הפידיב. Mosbach. T)r. Löwen stein. Bücherb esprechungen. Lehmann, Oscar, Die Leiden des jungen Mose, eine biblische Erzählung. IX und 222 S. Frankfurt a. M., 1920. Sänger u. Friedberg. Das vorliegende Buch stellt einen Versuch dar, aus den Midraschim und anderen jüdischen Quellen, aus uem Material, das die Ausgrabungen bieten und aus den Werken von Aegyptologen wie Ebers ein Bild von der gewaltigen Gestalt unseres grossen Lehrers zu entwerfen. Der Versuch ist an sich nicht neu; man denke z. B. an die kleine Schrift ״Abraham“ von A. Doktor. Aber Lehmann hat viel mehr Material verwertet und sich dadurch die Möglichkeit, einer viel grösseren Ausgestaltung geschaffen. Sein Versuch, der, wie im Vorwort bemerkt wird, die Einleitung zu einem giösseren Werk sein soll, ist deshalb sehr zu begrüssen; er ist geeignet, in vielen Funkten die schier übermenschliche Persönlichkeit von Mose, deren Grösse uns die kurze biblische Darstellung nur ahnen Hisst, der Jugend menschlich näher zu bringen Der Verfasser schiideit die äusseren und inneren Kämpfe, die Mose zu besteben hat, er versucht zugleich auch all den Personen, die in die Entwicklung des grossen Führers eiagrei en und die auch später noch eine Rolle spielen, wie Koraeh. Daihan und Abiram, Bileam und Jithro, Leben einzu hau eben. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass die künstlerische Verknüpfung des Stoffes dem Verfasser Läufig nicht gelungen ist. Die legendenhaften Erzählungen stehen nicht im rechten Zusammenhang mit dem Ganzen und sind nicht in natürlicher Weise mit der Handlung verwoben. Dennoch gebührt dem Verfasser liir seine Arbeit Dank und Anerkennung. Besomleis hervorzuheben ist die genaue und übersichtliche Zusammenstellung der so überaus reichen Mose-Literatur. J. Ü. .