Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 486 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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Tohuwabohu. 486 Ostens geht bleibt völlig unberücksichtigt seine zionistische Weltanschauung schützt ihn selbst nicht davor, dass er sich uns seltsam verzerrt zeichnet: kein Leser ,würde aus diesem Buche und den darin entwickelten Anschauungen auf einen Autor raten, der in seiner Lebensführung — unter grossen Opfern — thoratreu ist. Aber wir dürfen und sollen auf ihn hören;und von ihm lernen. Ein wahres Geschichtchen habe ich von meinem verehrten Lehrer Prof. Hoffmann נ״י gehört: Ein Deutscher kommt in ein ungarisches Städtchen. Entrüstet über die Würdelosigkeit des dortigen Betens, der lärmenden Unterhaltung während der Thora- Vorlesung, besteigt er die Kanzel und weist die Besucher zurecht. Und nach ihm geht der Rabbi auf die Kanzel und beginnt: Oi un weih! a Tatsch muss aich Mussar sogen! Dreimal Oi un weih, as der Tatsch hot Recht, wos er sogt aich Mussar! Gronemann ist ״a Tatsch“ trotz Abstammung, trotz Berührung mit dem Osten, er ist auch nach den von ihm entwickelten Anschauungen nicht die rechte Instanz, Mussar zu sagen. Schlimm für uns, dass er uns Mussar sagt, dreimal schlimm, dass er im Rechte mit seinem Mussar ist. J. W. Licht und Schatten. Von Dr. Felix Kanter, Zwittau. Seit jeher ist es üblich, in hebräisch geschriebenen Briefen, Urkunden, Verträgen, Responsen u. s. w. nach dem Eigennamen dessen, an den das Schreiben gerichtet ist, das Wörtchen נ״י zu setzen. Es ist dies die bekannte Abkürzung von ״ נרו יאירsein Licht möge leuchten“. Gemeint ist darunter — wenigstens nach allgemeiner Annahme — des Lebenslicht des Betreffenden, und diese Abbreviatur enthält somit den "Wunsch, dass das Lebenslicht des im Briefe Angesprochenen weiter leuchten, d. h. dass er w7eiter leben möge. Es entspreche dies etwa dem שיחי׳ oder ״ שליט״אer lebe“ oder ״er lebe noch recht lange und glücklich“, das ebenfalls sehr häufig in Anwendung kommt.