Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 474 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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474 Tohuwabohu. zu ernsten Mussarworten gibt, an die Kreise gerichtet, die sich um unsere Zeitschrift sammeln. תהו ובהו Das Chaos betitelt der Vf. den Roman. Man erwartet eine Schilderung des Chaos, dessen wir nun seit Jahren Zeugen sind. Wahrlich ein Chaos, wie es die Weit wohl noch nie gesehen. Die vielen Millionen der Dahingerafftei], das Krachen der zusammenbrechenden Weltreiche, der heuchlerische Kampf gegen den Militarismus, für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für den Völkerbund, abgelöst durch noch grössere Rüstungen, Vergewaltigung von Völkern, Zerreissung der vormals bestehenden viel stärkeren internationalen Bande, Xmperalismus und Bolschewismus, die dritte Internationale und der weisse Schrecken, das Emporsteigen des vierten Standes und der Untergang des Mittelstandes, die Proletarisierang der Geistesarbeiter, das Sinken der Kultur, die sittliche Verwahrlosung in Schiebertum, Zerstörung des Pflichtbewusstseins, Arbeitsunlust, zügelloser Vergnügungssucht, sexueller Schrankenlosigkeit, ״der Untergang des Abendlandes!״ Und das Chaos andererseits eine kreisende Gebärerin, gezeichnet und gedeutet von Künstlern, Gelehrten und Politikern. Gleichheit bringend allen Menschen, den Armen und Unterdrückten, allen Rassen und Religionen, den beiden Geschlechtern. Freie Bahn dem Tüchtigen, seiner Hände Arbeit Lohn jedem Tätigen, Müsse für die Befriedigung des Wissenstriebes und der Bedürfnisse des Gemütes. Einheitsschule, Siedelungsgenossenschaft, Wirtschaftsgemeinschaft, ein ganzes Füllhorn der Bedingungen für die irdische Glückseligkeit ausgegossen auf die Menschheit. Und in diesen Hexenkessel im wilden Durcheinander mit einander ringender zerstörender und auf bauender Elemente hinein gestellt das jüdische Volk, nach zwei Jahrtausenden von den Völkern wieder anerkannt in seiner Anwartschaft auf das heilige Land und zugleich getreten und gemartert wie nur in wenigen Perioden seiner langen Leidensgeschichte, durch seine Gelehrten, Dichter und Politiker die Weltkultur und die Weltgeschichte in gleichem Masse bestimmend wie in den Tagen seiner höchsten Blüte und gehasst und verachtet wie in den schmählichsten Zeiten seines-