Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 473 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ueber den Begriff der Ehe im Judentum u3w. 473 wissheit hinsichtlich der strikten Durchführung des göttlichen Willens hineinträgt. Um nach der Kichtung hin ein Gleichgewicht beim Menschen zu erzielen, hat es die göttliche Weisheit für richtig befunden, ihm eine Gehilfin als sein ״Gegenstück“ an die Seite zu stellen. Das ist der richtige Sinn der dunklen Worte עזר כנגדו. Auf diese Weise wird ihm eine Gelegenheit an die Hand gegeben, sein gesamtes Tun und Lassen aus der Sphäre subjektiven, persönlichen Dafürhaltens in den Rang objektiver Sachlichkeit und damit zur Höhe der unter Menschen überhaupt erreichbaren Sicherheit zu erheben. Die .תורד bewegt sich damit auf der Grundlage derjenigen erkenntnis-theoretischen Basis, die ihr auch sonst massgebend ist. Allem sich selbst verzehrenden Skeptizismus feind, sind ihr aber auch die durch das subjektive Moment bedingten Schwankungen und Täuschungen in der menschlichen Erkenntnisweise nicht unbekannt. Daher fordert sie zum Zwecke der Ausschaltung dieses Momentes die übereinstimmende Aussage von mindestens zwei Zeugen (דברים קאס" י,!ט ס׳ פרו und Maimon. הלכות יסודי התורה פרק ה׳ הל׳ ב׳). Eben dieses Moment der Sicherheit sollte im menschlichen Leben dadurch gewährleistet werden, dass einer jeden selbständig dastehenden Persönlichkeit eine Frau an die Seite gestellt werde. Danach verdient der feinsinnige Zug, mit dem die göttliche Weisheit dieses erhabene Moment der Einsicht des in Unerfahrenheit und Naivität befangenen Menschen zum Verständnis brachte, unsere volle Bewunderung. (Fortsetzung folgt.) Tohuwabohu. Vor mir liegt ein Roman: Sammy Gronemann, Tohuwabohu.*) Wenn er aus den zahlreichen der Zeitschrift zugesandten Werken herausgehoben wird zu einer ausführlichen Erörterung, so geschieht das deshalb, weil er meiner Ueberzeugung nach Anlass *) Weltverlag, Berlin 1920, geh. Mk. 17, geb. Mk. 22.