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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 471

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 471 (sequence 55)
Language
German
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Ueber den Begriff der Ehe im Judentum usw. 471 führt die תורה ins Treffen כי היא ראשית אונו לו משפט הבכרה, dass ein derartiger, von menschlichen Erwägungen zwar gerechtfertigter Eingriff in ihre Satzungen dahin führen müsste, die geschlechtliehen Kräfte des Mannes der Weihe der schlechthinnigen Keuschheit zu entkleiden, ein Moment, das unter allen Umständen und allen noch so triftigen und einleuchtenden menschlichen Erwägungen gegenüber sicher gestellt bleiben muss. — Kehren ־wir nunmehr nach dieser Abschweifung zum Neuen Testament wieder zurück. Z־ar Sache selbst sei vorerst bemerkt, dass unserem Lehrer Moses nichts Geringeres denn eine bewusste Fälschung des göttl. Willens zum Vorwurfe gemacht wird. Dies aus keinem anderen Grunde, als weil er aus Furcht, mit der Herzenshärtigkeit des Volkes in Widerspruch zu geraten, den Kürzeren zog. In Anbetracht dessen erschien es ihm daher Tätlicher, den Willen Gottes zu fälschen! Wäre dem wirklich so, dann hätte allerdings Moses das Werk der Fälschung etwas gründlicher besorgen und nicht durch die Mitteilung der Stelle כראשית קיי;פ׳ ב׳ פ, כ׳ד selbst die Handhabe dazu bieten sollen, dass ihm dieselbe hinterher nachgewiesen wurde. Auch nimmt sich ein solcher Vorwurf einem Manne wie Moses gegenüber höchst sonderbar aus, der in seiner 36 תורה Fälle, die mit der *T^-Strafe bedroht werden, lehrte, ohne im geringsten den Widerstand von Seiten der Herzenshärtigkeit des Volkes zu fürchten. Gerade in dem hier zur Erörterung stehenden Falle sollte er ihr gegenüber den Kürzeren gezogen haben?! Endlich jedoch muss ein solcher Vorwurf gerade im Munde des Neuen Testamentes mehr als sonderbar berühren, das nicht müde wird, die Lehre Mosis als ein knechtisches Joch zu brandmarken (Apostelgesch. XV, 10. Gal. V, 1), die nun gerade in dem hier in Frage kommenden Falle die Zügel mehr denn locker liess! Bedenkt man, dass die Polemik gegenüber dem unerträglichen Joche des Gesetzes, das Moses auferlegt hat, fast den Haupt- Inhalt der Schriften des Apostels Paulus ausmacht, so steht man angesichts des hier erhobenen Vorwurfes, vollkommen ratlos da. Wenn aber gegenüber der klaren Lehre unserer תורה

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