Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 467 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber den Begrifi' der Ehe im Judentum usw. 467 des Potentialis zu nehmen und der Kausalsatz כי תועבה היא לפניי ד somit ohne weiteres einleuchtend. Wenn menschlicher Wahr־ nehmung gegenüber ein solcher Vorgang sich womöglich als harmlos ausgehen wollte, anders jedoch stellt sich die Sache vor dem entschleierten Auge Gottes dar. Der Entschluss zu einer Scheidung jedoch darf im Sinne der תורה, wie oben gezeigt wrorden, nur aus der Notwendigkeit der höchsten sittlichen Idee seine Berechtigung entlehnen. Diese hebt den Vorgang als solchen aus dem Bereiche der Zwangsläufigkeit, von dem die grosse Oekonomie menschlicher Entschlüsse beherrscht wird, hinaus. Daher bedeutet Scheidung endgiltige Lösung des Ehebundes. Dieselben Gesichtspunkte müssen aber nach dem bereits Dargelegten in gleichem Masse für den Entschluss zur Ehe massgebend sein. Wann jedoch wäre der Mensch mehr geneigt unter Verleugnung aler anderen Gesichtspunkte ausschliesslich dem kategorischen Imperativ einer anderen sittlichen Idee zu folgen als am Versöhnungsfest? Diese Erkenntnis bildet die Grundlage für die edle Volkssitte: לא היו ימים טובים לישראל כט״ו באב וכיום הנפורים שבהם בנות ירושלים יוצאות וכר (תענית ס״ד משנה ה ). Eine neue Note erhält unser Thema in der Stelle Matthäus XIX, ö—12, welche hier zunächst wörtlich folgen soll: ״Da traten zu ihm die Pharisäer und versuchten ihn und sprachen zu ihm: Ist’s auch recht, dass sich ein Mann scheidet von seinem Weibe um irgend eine Ursache? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass, der im Anfänge den Menschen gemacht hat, der machte, dass ein Mann und Weib sein sollte, und sprach: darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen und werden die Zwei ein Fleisch sein? So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefüget hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Da sprachen sie: Warum hat denn Moses geboten, einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Moses hat euch erlaubt zu scheiden von euren Weibern eures Herzens Härtigkeit wegen, von Anbeginn aber ist’s nicht so gewesen. Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet, es sei denn um des Ehebruchs willen, und freiet