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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 460

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 460 (sequence 44)
Language
German
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460 Talmudisch-midraschische Glossen zu Josephus. nach dem Thorah-Gesetze das Pessachopfer nicht darbringen, bzw. am Pe8sachmahle teilnehmen. Dass aber heidnische Verehrer der jüdischen Religion und des Opfordienst.es in Jerusalem besonders die Beteiligung am Pessachopfer an strebten, erfahren wir aus einer Stelle des Talmuds, die auch auf die obige Mitteilung des Josephus ein neues Licht zu werfen geeignet ist. Pessachim 3b wird erzählt: Ein Aramäer ging nach Jerusalem, ass dort vom Pessachopfer und rühmte sich dessen vor R. Jehudah ben Bethera, in Nezibin, dass er trotz des Verbotes in II B. M. 12, V. 43 und 48 am Pessachopfer sich beteiligt habe. Hierauf liess R. Jehudah b. Bethera die Priester in Jerusalem durch eine die heidnische Abkunft des betreffenden Mannes verratende Aeusserung, die er ihm in den Mund gab, verständigen, dass der Mann unrechtmässig am Pessachopfer sich beteiligt habe. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, und der Heide wurde getötet. Zu R. Jehudah b. Bethera aber sandte man: ״Friede dir, R Jehudah b. B., denn du wohnst in Nezibin (Nisibis), dein Netz ist aber ausgebreitet in Jerusalem״. — Diese Erzählung zeigt-, dass ein Nichtjude aus der Gegend von Nisibis, das ״jenseits des Euphrat.״ liegt, in Jerusalem am Opfermahle einmal teilgenommen hatte, was ihm hei nächster Gelegenheit verwehrt wurde. Die talmudische Erzählung spricht zwar von einem Aramäer, aber der Fall durfte auch öfters vorgekommen sein, oder besser gesagt: der gleiche Fall dürfte in einem und demselben Jahre mit mehreren Aramäern sich ereignet haben. Sie wollten die Opfer darbringen, die Pessachlämmer wurden sogar schon geschlachtet, doch ehe man sich zum Mahle gesetzt, also — in der Sprache des Josephus gesprochen — ״ehe die Opfer vollbracht waren״, wurde ihre heidnische Abkunft entdeckt, und sie wurden zum Tode verurteilt. Dass es sogenannte ״Gottesfürchtige״ in der heidnischen Welt des Altertums in grosser Anzahl gab, ist bekannt. Diese dem Judentum sich hinneigenden Heiden hatten manche Gebote der Thorah, besonders aber den Sabbath beobachtet. Dagegen konnten sie sich nicht dazu entschliessen, sich in das Bündnis Ahrahams aufnehmen zu lassen. Eine Midraschstelle — Debarim rabbah I § 21 — zeigt dies deutlich, wo gesagt wird, dass ein

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