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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 454

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 454 (sequence 38)
Language
German
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454 Schlimme Legendengebilde über R. Meir. ist mir unerfindlich. Dass er den Lästerzungen entgehen wollte, als er nach Assia floh, hat er doch deutlich vor seinem Ende ausgesprochen: ר׳ מאיד הוד. אידמיך לי׳ באסייא. אמי אימורין לבני ארעא דישראל הא משיחיכץ רידכון (Jer. Kilajim IX, 3). ״Als R. Meir in Assia im Sterben lag, sagte er: Kündet den Bewohnern des Landes Jissroel: Dieses hier (d. h. dass ich hier im Ausland sterbe) hat euer Geschwätz verursacht 1). Nach den eigenen Worten des im Sterben liegenden R. Meir kann also gar kein Zweifel über die Ursache seiner Flucht aus der Heimat sein, und das האי מעשה in Abodah Sarah sich nicht auf sein Zerwürfnis mit dem Patriarchen, wovon nur in Horioth und nicht dort die Rede ist, sondern nur auf die Vorgänge in Rom, die ihm so übel gedeutet wurden, von denen dort unmittelbar vor der Erzähung von^seiner Flucht Erwähnung getan wird. Es müssen schwere Tage gewesen sein, die R. Meir in seinem selbstgewählten Exil durchlebte. Allein, was die Mitweit an ihm versäumt hat, die Nachwelt hat es gutgemacht. Von all den Verunglimpfungen, die er zu erdulden gehabt bat, ist nichts an ihm haften geblieben, sein guter Name hat für die Dauer nicht gelitten; im Gegenteil, er ist zu einer Anerkennung gelangt und in einen Glanz getaucht worden, dessen er sicherlich in seinem Leben sich nicht versehen. Und der ihn auf diese Höhe stellte, war ursprünglich sein Gegner. R. Jehudah Hakadosch konnte dem R. Meir den Anschlag gegen seinen Vater, den er, gereizt von der Raugänderung des Patriarchen, gegen diesen versuchte, nicht vergessen. Gleich nach dem Tode R. Meirs gebot er, dessen Schüler nicht ins Lehrhaus einzulassen, weil sie doch nur Zänker seien, und nicht anderes נ) Die Annahme aus dem Worte einen Moschiach zu machen, mit dem nach den einen R. Meir sich selbst, nach andern R. Simon b. Gam., den er spottweise so bezeichnet, genannt sein soll, wie Frankel in Darke Hamisehnah u. J. Brüll in Einl. zur Mischnah, wird schon von Fischmann in ס׳ הביכורים zurückgewiesen. Ebenso ist Blumentlials Annähme (a. a. O.), dass es Land bedeute, unannehmbar, wenn auch dafür Epsteins Autorität angeführt würd. In der Monatsschrift 1855 S. 128 erklärt Frankel es richtig dahin, dass es ״euer Gerede״ bedeutet.

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