Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 453 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2292996-2293002--04484-2297766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wKaaamaa₪₪₪m₪₪Basa₪₪₪m₪aa₪₪₪₪K₪aa Schlimme Legendengebilde über R. Meir. 453 ihr vorangehenden und nachfolgenden steht,׳ erscheint sie im Jerusehalmi als ganz zusammenhangslos mit dem andern Text, sie mutet uns wie ein Fremdkörper, der sich dorthin verirrt hat, an; doch die Rubrik, der sie zugeteilt ist, gibt uns Aufklärung. Sie ist in dem ersten Abschnitt in Sota angeführt, der die Modalitäten angibt, unter denen der von Eifersucht ergriffene Mann seine Frau, als der Untreue verdächtig, vor dem Gerichte anklagen kann, dass sie der Wasserprobe unterzogen werde. Die Mitteilung der Erzählung an dieser Stelle zeigt deutlich, worin der Sammler des Talmud den Beweggrund für das gemeine Vor־ gehen jenes Mannes erblickte. Vielleicht mag dieser Mann auch jenen Barjuni in der Nachbarschaft des R. Meir angehört haben, die ihn mit ihrem Hass verfolgten und stets zu kränken suchten. (Berachoth 10 a). Es ist natürlich, dass diese hasserfüllten Klatschereien, die man über R. Meir und seine edle Frau in Umlauf gesetzt hatte, ihm den Aufenthalt in seiner Heimat verleideten und ihn veranlassten fortzuwandern; in diesem Fall nach Assia, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Ueber diesen seinen Wegzug ins Ausland berichtet der Talmud im engen Anschluss an die Vorgänge in Rom: ״Er machte sich auf und ging nach Babel und fährt dann fort: א״ד משום הא" מעשי. וא״ד משום מעשה דבמריא (Ab. Sara 18 b). Was ist האי מעשה? Jedenfalls muss e3 das gewesen s6in, an das dies Wort unmittelbar anknüpft, die Vorgänge in Rom, die ihn vor der Haft schützten und die, wie ich oben auseinandergesetzt, Uebelwollenden Gelegenheit gegeben haben, seinen Ruf zu schänden. Und מעשה דברוריא ist nicht ein wirkliches Vorkommnis, das ihn zur Auswanderung bewogen, sondern was Lästerzungen, über sie erdacht und gelogen haben. Nach den einen war es also, die Verleumdung über ihn, nach den andern die über seine Frau, die ihn in die Ferne trieb. Wie man das האי מעשה auf etwas anderes als auf das unmittelbar vorher Berichtete beziehen konnte, wie beispielsweise auf den Hass der Römer, der ihn hier erreichen könnte, oder sein Zerwürfnis mit R. Simon ben Gamliel, von dem hier garnichts erwähnt wird,