Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 446 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Bruriah 3× ep/1003848
- Rashi 1× ep/1002670
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446 Schlimme Legendengehilde über R. Meir. Vorgangs“ (אותה מעשה), nach andern wegen des Falles der Berurja. Ueber ersteres wird noch zu sprechen sein, über letzteres, was uns hier besonders interessiert, wollen wir Raschi hören. Es habe, so bemerkt dieser, Berurja, die Frau des R. Meir, einmal über den Ausspruch der Weisen, der behauptet, die Frauen seien leichtsinnig, gespottet, worauf ihr Mann ihr zürnend zugerufen: So wahr du lebst, dein Leben wird ihren Worten noch recht geben. Darauf habe nun R. Meir einen seiner Schüler angestiftet es zu versuchen, seine Frau zum Ehebruch zu verführen; dem Schüler sei dies gelungen; als aber Berurja erfahren, dass ihr Mann davon gehört, habe sie aus Scham Selbstmord verübt. Kann es Ungeheuerlicheres geben als eine solche Handlung? So soll sich ein R. Meir vergangen haben, er, der nach Rom geeilt war, um seine in Gefangenschaft dorthin geführte Schwägerin unter Lebensgefahr zu befreien, damit sie nicht der Schande ausgeliefert werde? Für die Rettung der Schwester seiner Frau aus Schande und Entehrung wagt er sein Leben, und seine eigene Frau will er in Schande stürzen! Ist so etwas denkbar? Und noch mehr! Er ist von dem Leichtsinn der Frauen überzeugt; statt nun seine Frau vor den Folgen des Leichtsinns zu schützen, gibt er sie preis, und warum? Nur damit er ihr gegenüber Recht behalte. Dass er aber daneben auch seinen Schüler, man merke: seinen Schüler zu einem ebenso todeswürdigen Verbrecher gemacht hat, das sieht wohl R. Meir als nebensächlich an, die Hauptsache ist: er hat Recht behalten! Es wäre für einen höher stehenden Menschen denkbar, dass er die Treue seiner Frau, deren er sicher ist, durch einen Zweifler erproben liesse, um diesem ihre Tugendhaftigkeit zu beweisen; das aber kann sich nur heidnische Denkweise, wie wir sehen werden, vorstellen, aber nicht jüdische. Bezeichnend für diese ganze Erzählung ist noch, dass Berurja die gefallene Frau sein soll, Berurja, die bis auf den heutigen Tag als Muster einer klugen, edlen, treuen Frau, kurz: als Ideal einer jüdischen hervor. Blumenthal hat in seiner Schrift ״R. Meir* die verschiedenen Ansichten übersichtlich geordnet. Vgl. das. 139 ff.