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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 437

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 437 (sequence 21)
Language
German
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BB Die Mischnah 437 Eine lange Periode spricht aus der tannaitischen Literatur zu uns. Wir wissen unseren Vätern Dank dafür, dass sie uns erhalten haben, was in den Lebrhäusern der Ssof rim und Tannaim gelehrt worden ist, so, wie es damals war; jedes Wort 80 frisch wie am Tage seiner Geburt. Ihr Geist liegt offen vor uns dar, und der Weg steht dem Lernenden frei, ihre grossen Zeiten zu durchforschen. ״Gelobt sei, der auserwählt hat sie und ihre Mischnah.״ ברוך שבחר בהם ובמשנתנו. Ein um Gott Roman von Isaak Breuer besprochen von Oberlehrer Dr. A. Blau, Hamburg. Ein Zeitb ild soll dieser Roman sein, ein jüdisches Zeitbild von all den Kämpfen, Gärungen und geistigen Nöten unserer akademischen Jugend uns geben, glühender Atem soll aus jungjüdischen Feuerseelen uns entgegenwehen, ein junges Geschlecht sollen wir aufbäumend;seinen Gott sich erkämpfen sehn, eine neue Zeit kreissend sich dem Schosse der Ewigkeit entfesseln, neue Problemlösung, neue Weltgeltung sich erfüllen, dies alles verspricht der Verfasser, — aber nascitur ridiculus homunculus, es wird nur ein artiges Retortenmenschlein mehr in die Welt gesetzt. So geistesträchtig, so dialektischen Sprecbgeistes voll ist dieser Heinrich Thorning, der Held des Buches, dass darob sein Lebenslichtlein schier verlischt, und dass man ihm, wie vielen altklugen Kindern, keine lange Lebensdauer prophezeien kann. Faustisches Wollen bewegt des Verfassers Brust, allein die Zeugungskraft ist schon im Keime geknickt, die Geschöpfe tragen zu sehr des Gedankens krankhafte Blässe auf ihrem Antlitz. In diesem Gewimmel von Menschen ist fast kein einziges Geschöpf aus wirklichem Fleisch und Blut, kaum ein Satz, der wirklich unsere Sprache spricht, und unser Leben atmet.

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