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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 436

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 436 (sequence 20)
Language
German
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436 Die Mischnah Es ist wohl kein blosser Zufall, dass zum Exodus ein Midrasch von Rabbi Jischmael und zu den übrigen Büchern Midraschim aus Rabbi Akibas Schule erhalten sind. In der Aggadah war Rabbi Jischmael bei den Schülern sehr beliebt, daher erhielt sich zu dem an erzählenden reicheren Exodus sein Midrasch, während zu den übrigen Büchern, die überwiegend halachischen Inhalts sind, der Midrasch des Akiba’schen Systems Bestand hatte. Die halachischen Midraschim haben uns einen Rest einer reichen Gattung der tannaitischen Literatur gerettet, dessen grösster *Teil ebenfalls verloren gegangen ist. Viel von ihm ist in der späteren talmudischen Literatur und den aggadischen Midraschim erhalten. h) Die Aggadah der Tannaiten. Zu der tannaitischen Zeit haben sicher auch aggadische Midraschim existiert, besonders zur Genesis, zu der es keinen halachischen Midrasch gibt. Die Grundlage des Midrasch .,B’reschith Rabba“ gehörte vielleicht zur tannaitischen Literatur, und er wurde vielleicht zuerst zur Zeit der Halbtannaiten redigiert. Es ist noch an manchen Stellen erkennbar, dass er seinem Wesen nach eine Art aggadischer Erklärung zu den Schriftversen in ihrer Reihenfolge war und in der Anlage stark den halachischen Midraschim ähnelte. Doch überwiegt die Schicht der Zusätze den Stamm. In seinem heutigen Zustand kann man ihn nicht mehr zur tannaitischen Literatur rechnen. i) Die Fastenrolle und der ״Sseder Olam“. Ferner gab es in tannaitischer Zeit Baraithoth über geschichtliche und geuealogische Themata. Noch vor der Zerstörung wurde die Fastenrolle zusammengestellt, sie ist das einzige Werk, das schon damals niedergeschrieben wurde. Nach der Zerstörung wurde der ״Sseder Olam“ von einem der grössten Tannaiten, Rabbi Josse, redigiert. Zweifellos gab es historische Baraithoth, die sich durch Schönheit und Erhabenheit des Stils auszeichneten, aber verloren gegangen sind. Vielleicht zeugen einzelne Bruchstücke von ihrer Existenz.

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