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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 435

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 435 (sequence 19)
Language
German
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Die Mischnah 485 hiess der ״Löwe“ unter den Büchern, denn der Leviticus enthält nach talmudischer Ansicht die gewichtigsten Teile des Gesetzes. Der Geist Rabbi Akibas ist in ihm ersichtlich, der jeden einzelnen Strich deutete und die Ansicht derer ablehnte, die die Vorschriften mittels logischer Erwägung folgern wollten. Er entscheidet alles unter äasserster Ausnützung des Wortlautes, und in dieser Lehrart liegt eine wunderbare Tiefe, äusserster Scharfsinn und rechter juristischer Geist. Hier wurde umgekehrt wie bei der M’chiltha viel von den Midraschim Rabbi Jischmaels hinzugefügt. Beim Abschnitt אחרי מות waren Rabbi Akibas Midraschim nicht erhalten, weil der Abschnitt über die Blutschande nicht öffentlich gedeutet wurde, und man ergänzte ihn später aus den Midraschim der Schule Rabbi Jischmaels. In welchen Lehrhäusern er sich nachher fortentwickelte, ist nicht zu ersehen. Nach Ansicht mancher wurde er im Lehrhaus Rabbi Chijas gelehrt, nach anderen in dem Rabs; Klärung ist wohl nicht möglich. Zu den Midraschim der Schule Rabbi Akibas gehört dann der ״Sifre“. Die Regel des Talmuds lautet hier ,(96סתם ספרי רבי שמעון er soll ihn vorgetragen und aus der Schule Rabbi Akibas empfangen haben. Sicher hat auch ein Ssifre zum Exodus existiert. Im Talmud werden viele Baraithoth auf den Namen Rabbi Simons erwähnt, die nicht im Ssifre stehen, unter ihnen auch solche zum Exodus, und im Mittelalter existierte noch eine ganze מכילתא דרבי שמעון, die von Maimonides und Nachmanides erwähnt wird; in unserer Zeit sind Bruchstücke aus ihr von Israel Levy und David Hoffmann wiederaufgefunden. Auch zum Ssifre ist vieles aus den Midraschim der Schule Rabbi Jischmaels und aus den übrigen Baraithoth hinzugefügt. Die Zeit seines Abschlusses ist ungewiss. Auch der Ssifre trägt das Siegel der Akiba’sehen Midraschim, doch trägt er einzelne vom Ssifra abweichende Charakterzüge. Es existierte noch ein * kleiner Ssifre“ zum Numeri, von dem viele Reste erhalten sind. 95) Sanhedrin 86 a

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