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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 434

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 434 (sequence 18)
Language
German
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434 Die Miachnah zur Halachah herausfordern; hier offenbaren sich dann die Charakterzüge der tannaitischen Aggadah. a) Die ״M’chiltha des Rabbi Jischmael“ existiert heute nur zum Buch Exodus. M’chiltha bedeutet ״Mass“ — so Messen nämlich die Midraschim zur Thora selbst, sowie die Regeln, nach denen sie gewonnen wruden. Doch gebrauchte man das Wort M’chiltha auch im Sinne von ״M’gillah“ (Rolle), nachdem die Midraschim niedergeschrieben waren. Zweifellos gehörte ursprünglich eine M’chiltha zu den vier halachischen Büchern des Pentateuchs. Baraithoth aus ihr wurden im Talmud als תנא דבי רבי ישמעאל vorgetragen, und solche Baraithoth werden zu allen vier Büchern angeführt. Zu Beginn des Mittelalters existierte noch die ganze M’chiltha, und in unserer Zeit hat David Hoffmann Bruchstücke aus ihr entdeckt, die zum Deuteronomium gehören. Diese M’chiltha wurde ursprünglich im Lehrhaus Rabbi Jischmaels vorgetragen. Die anonymen Baraithoth gehören wohl grösstenteils zu seiner Richtung, sein Geist und sein System sind in ihr erkennbar. Einen doppelten Ausdruck der Schrift deutete Rabbi Jischmael, wie erwähnt, nicht. Seine Methode bevorzugte stets den einfachen Wortsinn. Doch enthält die M’chiltha viel Lücken, z. B. finden sich im Talmud zum Buch Exodus gehörige Baraithoth auf den Namen Rabbi Jischmaels, die in der Mechiltha nicht stehen. Andererseits ist vieles aus den Midraschim der Schüler Rabbi Akibas hinzugefügt. An die eigentlichen Worte der M’chiltha schliessen sich Zusätze aus anderen Baraithoth als דבר אחר an. Auch anonyme Zusätze finden sich. Die bedeutendsten Schüler Rabbi Jischmaels, Rabbi Joschia und Rabbi Jonathan, die in der Mischnah kaum erwähnt sind, werden hier dauernd zitiert. ß) Von den Midraschim der Akiba’schen Schule besitzen wir drei Bücher. Der Ssifra ist ein halachischer Midrasch zum Leviticus. Im Talmud gilt die Regel: 94סתם ספרא רבי יהודה). Rabbi Jehudah, der Schüler Rabbi Akibas, trug den Ssifra vor, den er aus dem Lehrhaus seines Lehrers übernommen hatte. Der Ssifra 94) Josua 23, 14; I Kön 2,2.

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