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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 433 (sequence 17)
Language
German
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Die MisehDah 438 weiter fast im System des Midrasehs. Inden uns vorliegenden Sammlungen haben einige Stellen ausgesprochen altertümliche Gestalt. Wenn wir diese Sammlungen genau betrachten und die vielen Zusätze von den Grundbaraithoth sondern, so finden wir an zahlreichen Stellen Erklärungen für die Verse der Thora in der Reihenfolge der Thora und in einheitlichem Geiste, mit Hinweisen auf andere Stellen und Erklärungen für die biblische Sprache in mischnaitischem Idiom, und sogar ab und zu ein ins Aramäische übersetztes Wort. Solche Midraschim lagen auch den Verfassern der Targumim vor. Seit der neuen Blüte der Gelehrsamkeit, seit dem Ausgang der ״Paare“, forschten die Weisen wieder mehr im halachischen Midrasch, um ihre halachischen Ansichten auf ihn zu gründen. Der Zweck der halachischen Midraschim ist es nunmehr, die überlieferte Halachah auf Grund der Schrift abzugrenzen, sei es durch ihre Basierung auf Wortlaut und Zusammenhang des Verses, sei es unter Erweiterung oder Einschränkung des Wortsinnes. Da die verschiedene Auslegung der Schriftverse eine Haupt־ grundlage des Streits zwischen Rabbi Jischmaels und Rabbi Akibas Schulen war, muss es verschiedene halachische Midraschim auf ihren Schulen gegeben haben; in der Tat sind bedeutende Reste von solchen erhalten. Sicher gab es noch mehr Midrasch-Sammlungen, von denen Bruchstücke in den erhalteneu Midraschim und der übrigen taimudischen Literatur aufgegangen sind. Daher gibt es viele Baraitboth gegensätzlichen Wortlauts und solche verschiedenen Wortlauts bei gleichem Inhalt, von denen man keine ablehnen kann, da man ihre Quellen nicht kennt. Wie alle Baraiihoth, haben auch die halachischen Midraschim keine abschliessende Persönlichkeit gefunden. Sie enthalten viel alten Stoff, doch auch viel späte Zusätze und auch viel abgelehnte, sonst nirgends erhaltene Halachoth. Sie alle ,wurden anscheinend in mehreren Lehrhäusern vorgetragen und später abgeschlossen, ohne dass jemand wissen und angeben kann, wann. In der Natur der Sache liegt es, dass sich hier viel aggadische Midraschim finden, wenn die Schriftverse zur Aggadah und nicht

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